1802
Droseraceae.
Hna einheimische Pflanze, deren Wurzel einen etwa 6 Zoll hohen Schaft,mit einer einfachen Traube von weifsen Blumen, die die Gröfse der so-gleich zu beschreibenden Parnassia haben, treibt. Diese besitzen einenFünf blätterigen Kelch, fünf Blumenblätter und hinterlassen eine einfäche-riche, fünfklappige, vielsaamige Kapsel. Die Wurzelblätter stehen imKreise um den Schaft; jedes besteht aus einem spatclförmig geflügeltenBlattstiel und zwei bewegliehen, halb ovalen , am Bande mit steifen Bor-sten gewimperten, auf der Oberfläche mit Weinen rothen Drüsen und Mei-nen Stacheln besetzten Lappen. Diese Blätter sind sehr reitzbar gegendas Sonnenlicht, und wenn ein Weines Insekt auf die Oberfläche kommt,so schlagen die Lappen um, die Wimpern schliefsen ineinander und dasInsekt ist gefangen. Eben so schliefsen sich die Lappen, wenn das Blattauf irgend eine andere Art mechanisch gereitzt wird. Die ausführlichstenNachrichten über das Verhalten dieses so eigenthümlichen Gewächses lie-ferte Curtis. Man sehe Enumeration of Plants arround Wilmington:Boston Journal of Katural History Part. i. No. 2. Boston i83S p. iu3. u.d.f.
Gattung Parnassia L. Parnassie.
(System. Linn. Pentandna Tetragynia.)
Der Kelch ist fünftheilig'; aus einer
gleichen
Zahl
vonBlumenblättern besteht die Coroile. Staubfäden sind SO—100vorhanden, von denen jedoch nur fünf i'rei und mit Staubbeu-teln versehen sind, die übrigen stehen bündelweise zu mehr-fach gespaltenen oder fächerartig gi theüten, drüsigen Schup-pen verwachsen vor den Blumenblättern. Der Fruchtknotenträgt ohne Griffel vier Narben und hinterläfst eine einfächerige,mit vier Klappen sich öffnende Kapsel #).
Parnassia palustris L.
Sumpf-Parnassie, Einblatt, weilses Leberkraut,weifse Leberblume, Herzblümchen.
(Plenk plant, med. tal>. 243. Hayne Bd. 2 tab. 42.)
Eine ausdauernde Pflanze, die auf sumpfigen, oder dochimmer mehr oder weniger nassen Wiesen; in der Ebene, wiein den Gebirgen bis zur Grenze des ewigen Schnees auf denAlpen wächst. Aus der faserigen, weifslichen Wurzel kommtein oder mehrere 6—10 Zoll hohe, einfache, gefurchte, et-wasgedrehte, einblätterige Stengel. Die Wurzelblätter sindlang gestielt, etwa 1 — 1 y 2 Zoll lang und zum Theil fast ebenso breit, ganzrandig, glatt und glänzend, etwas dicklich,
*) Ueber die Stellung der Gattung Parnassia im natürlichen Systeme, sind dieBotaniker nicht einig, mit Decandolle, Koch und Anderen blieb sie hierbei den Droseraceen; Cassel rechnete sie zu den Capparideen , Link zu denResedaceen, Bartling fragweise zu den Tamariscineen, Beichenbach zu denCistineen. David Don, der diese Sache speciell erörterte, bringt sie zuden Hypericineen ; er beschrieb dabei Parnassia palustris, P. ovata Ledebour,P. Caroliniana Michaui, P. asarifolia Ventenat, P. fimbriata Kein. Jamesonnew Edinb. philos. Journal Oct. — Dec. i83o. p. 115. Neuerdings stellteE. H. F. Meyer eine eigne Familie der Parnassinae auf. PreufsensPflanzengattungen, Königsberg i83g. pag. 223.