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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1801
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Droseraceae.

1801

auf den Alpen vorkommende Drosera obovata Mertens etKoch sehr nahe, und ist nur durch die umgekehrt eiförmigen,ausgerandeten (nicht keulförmig stumpfen) Narben zu unter-scheiden.

Drosera intermedia Hayne loc. cit. t. 28., die eben-falls auf Sumpfwiesen nicht selten ist, hat einen an der Basisgekrümmten oder niederliegenden, aufsteigenden Stiel, dieBlätter sind umgekehrt eiförmig, keilartig, nicht viel kürzerals der Stengel, die Narben umgekehrt eiförmig, ausgeran-det (Ueber die Verschiedenen Formen der Drosera sehe manLasch in der Linnaea Bd. 4. pag. 426.)

Officinell sind die Blätter: Herba Rorellae seuBoris solis: sie sollen eigentlich nur von der rundblätterigenArt gesammelt werden, doch nimmt man auch die der übrigen.Sie sind geruchlos und sollen frisch auf die Haut gelegt, Bla-sen ziehen; der bitterlich scharf adstringirende Geschmackgeht theilweise durch das Trocknen verloren, indem trockneBlätter nur etwas herb und salzig schmecken. Der wäfsrigeAufgufs wird durch salzsaures Eisenoxyd dunkelgrün gefärbt.

Vorwaltende Bestandteile: Flüchtige Schärfeund eisengrünender Gerbestoff. Nach Trommsdorff enthältder ausgeprefste Saft der frischen Blätter rothen Farbstoff,zwei gelbliche Pigmente, wovon der eine in absolutem Alco-hol löslich, der andere darin unlöslich ist, ferner freie Aepfel-säure, äpfelsaures Kali und Kalksalz. Aus den halbreifenSaamen mit ihren Kapseln zog Alcohol von 80 pCt. Chlor-ophyll, Gallussäure, Gerbestoff, scharfen und kratzenden Ex-tractivstoff, gelbfärhenden, durch Bleizucker fällbaren Extrac-tivstoff und einige Salze. Dessen Neues Journal St. 2. p.157 -167.

Anwendung. Ehedem wurden die Blätter bei Lungenkrankheiten, Was-sersucht, Epilepsie u. s. w. innerlich, der Saft äufserlich zum Wegbeizen derWarzen und Hühneiaugen benutzt. Die Pflanze soll die Milch gerinnen machenund den Schafen nachtheilich sejn , was man auch in Brasilien von der dort ein-heimischen Drosera communis St. Hil. beobachlete.

Geschichte. Der Sonnenthau scheint als Arzneimittel besonders durchArnold de Vilianova berühmt geworden zu seyn, der zu Ende de9 t3 P Jahrh. alsProfessor zu Barcelona lebte, r.päter aber in mehreren Städten Italiens sich auf-hielt, da er von der spanischen Geistlichkeit als Goldmacher und Verbündeterdes Teufels angesehen wurde. Der Sonnenthau war ein Bestandtheil des so be-rühmten Goldwassers (Aqua Auri), das fast gegen alle Krankheiten dienen sollte,und mit Weingeist und Gewürz zubereitet durch Wohlgeschmack sich auszeich-nete, ja noch bis auf den heutigen Tag kennt man dergleichen Liqueure, die ur-sprünglich in Italien gefertigt wurden, unter dem Namen Rosoglio (Ros so-lis Rorella seu Drosera). Aber nicht nur der Sonnenthau, son.jern auch derMeerthau (Ros marinus) ist durch diesen Alcheraiker berühmt geworden, er be-reitete fast zuerst aus dem Rosmarin ein ätherisches Oei und dcstiliirte eine spiri-luöse Flüssigkeit, die spater unter dem Namen ungrisches Wasser so verbreitetwurde, und noch immer nicht ganz vergessen ist.

Dionaea Muscipula L. Fliegenfangende Dionäa; in die DecandriaMonogynia gehörend; eine sehr merkwürdige in Nordamerika und Caro-