Druckschrift 
Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
Entstehung
Seite
1803
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

C'istineae.

1803

steif, von gleicher Form ist das einzelne stiellose Blatt desStengels. Am Ende desselben erscheint im August oderSeptember eine einzelne ansehnliche vveifse Blume, die sichbesonders durch ihre fünf gelbgrüne herzförmige Schuppen(PurastadesJ auszeichnet, an denen man 15 Fäden zählenkann, deren jeder an der Spitze mit einem runden gelbgrü-nen Köpfchen versehen ist, das als ein verkümmerter Staub-beutel betrachtet werden kann. Die fruchtbaren Staubfädenliegen über den Narben und richten sich nach dem Ausfallendes Pollens auf.

Officinell ist das Kraut und die Blumen: Herba etFlores Hepaticae albae seu Parnassiae. Die Pflanzeist geruchlos und schmeckt frisch etwas herb bitterlich undscharf.

Vorwaltender Bestandteil. Adstringens? Ist nä-her zu untersuchen.

Anwendung. Ehedem gab man die Blätter gegen Leberkrankheiten, beiDurchfallen und wendete sie als Wundkraut an. Jetzt ist die Pflanze obsolet.

Geschichte. Die Sumpf-Parnassie wurde in die Officinen eingeführt,weil man sie für jene von Dioacorides aufgeführte , auf dem Parnassus wachsendegrasartige Pflanze hielt; später wurde sie von "Valerius Cordus mit dem NamenHepa'.ica alba bezeichnet, unter dem Namen Unifolium palustre führt sie Gesneran , auch gedenkt Lobelius einer gefüllten Form. Gegenwärtig ist sie kaum ineiner noch, gebräuchlichen Pharmakopoe anzutreffen.

Die Gruppen der Flacourtianeae Richard und derPatrisiaceae Martius enthalten keine bei uns gebräuch-lichen Arzneipflanzen.

Familie: CISTINEAE Decandolle.

C i s t i n e e n.

Die Cistineen sind Sträucher oder krautartige Pflanzen,welche vorzugsweise in den Ländern, die vom mittelländi-schen Meere bespült werden, wohnen. Deutschland hat de-ren nur wenige und auch in Amerika so wie in vielen TheilenAsiens gehören sie zu den Seltenheiten. Die Zweige sindoft klebrig, die Blätter gewöhnlich ungetheilt. Die Blumensind regelmäfsige Zwitter, die nicht selten einseitige Traubenbilden. Der Kelch besteht aus fünf oft ungleichen bleibendenBlättchen, während die fünf oft grofsen und nicht seltenprachtvoll gefärbten Blumenblätter ungewöhnlich schnell undleicht abfallen. Die Staubfäden, deren gewöhnlich sehr vielesind, stehen unverwachsen aufgerichtet, mit ihren eiförmigenzweifächerigen Staubbeuteln. Der freie Fruchtknoten trägteinen fadenförmigen Griffel mit einfacher Narbe. Die Kapsel