1796
Oxalideae.
des April an, bis gegen Ende des Mai oder seltner noch inden ersten Wochen des Juni.
Officinell ist das Kraut: Herba Acetosellae seuLujulae; es ist geruchlos und hat einen herb sauern Ge-schmack, der durch Trocknen, nebst der schön grünen Farbefast ganz sich verliert.
Vorwaltender Bestandtheil: saures kleesaures Kali,worüber der erste Band nachzusehen ist. Carlheuser erhieltaus zehn Pfund frischer Blätter ungefähr drei Pfund Saft unddaraus meistens 10 Drachmen des gedachten Salzes. NachSavary liefern 50 Pfund Sauerklee §5 Pfund Saft, aus denen2y 2 Unzen reines Salz erhalten wird. Bergius will aus 20Pfund Blättern 3 — 4 Unzen saures kleesaures Kali gewon-nen haben.
Anwendung. Das frische Kraut wird theils im Aufgufs, oder der Saftdesselben bei Frühlingskuren u. s. w. als kühlendes Mittel verordnet. An Präpa-raten hatte man Conserva, Sjrupus, Aqua destillata Acetosellae.Getrocknet ist das Kraut unbrauchbar. Jetzt wird es frisch, hauptsächlich zurBereitung des Sauerkleesalzes verwendet, von dem mau in neueren Zeiteneine giftartige Wirkung beobachtete. Man sehe C. G. und O B. Kühn Versucheund Beobachtungen über die Kleesäure etc.. Leipzig 1824. Memoire sur l'acide■ oxalique lu ä la Societe medico - botanique de Londres le 26 März i833 par J.Clendinning M. D. Prof. de Toxicologie. Transactions medicales Aout 1833.p. 206 — 212. Indessen ist doch wieder das Mittel znr Bereitung sogenannterDurs tzeltc h en empfohlen worden. Meylink Bibl. Deck XII ßl. 171.Buchner. Repert. Bd. 43. Heft 1. pag. 90. Deber die Wirkung der Klee-saure auf Thiere stellte auch W. Arnold Versuche an. Annal der Pharm. Bd.i5. p. 22g.
Ueber die Gewinnung der Kleesäure aus Meerpflanzen sehe man Annalen d.Pharm. Bd. 16. p. ö6.
Geschichte. Den gemeinen Sauerklee scheint zuerst Plinius bezeichnetzu haben, als Oxys fohis ternatis, welche Benennung auch Valerius Cordus bei-behielt; unter dem INamen Trifolium acetosum bildete ihn Otho Brunfels ab.In Catabrien heifst die Pflanze Juliola, was, wie C. Bauhin sagt, lächerlicher-weise in Alleluja verdreht wurde Bei den alten Botanikern kommt er auch alsPanis Cuculi vor. Das Sauerkleesalz scheint zuerst Angelus Sala gekannt zu ha-ben, der, aus Vicenza gebürtig, Leibarzt des Herzogs von Mecklenburg Schwerinwar; seine Opera medico chiraica kamen 1647 zu Frankfurt heraus; er erhieltes übrigens aus Sauerampfer. Cartheuser stellte es auch aus Pelargonium pelta-tuiri und acetosum dar, was allerdings auf eine Verwandtschaft der Oxalideenmit den Geraniaceen schliefsen läfsl, wenn gleichwohl die Kleesäure in Artensehr verschiedener Familien gefunden wurde. Eine Aufzählung derselben findetman in Decandolle's Pflanzen Physiologie. Bd. 1. pag. 290.
Oxalis strieta L. Aufrechter Sauerklee. Eine, wie man sagt,aus Amerika stammende, nun fast durch ganz-, Deutschland häufig verwil-dert vorkommende, nach Zuccarini jährige , nach Koch zweijährige Pflanze,deren Wurzel unter der Erde horizontal kriechend sich verbreitet (radixstolonifera ) ; der Stengel ist aufrecht, ästig, seltner niederliegend, fast glatt;jeder Blattstiel trägt drei umgekehrt herzförmige Blättchen und jeder Blu-menstiel 1 —5 gelbe Blümchen, deren fruchttragende Stiele gerade, steifund aufrecht stehen.
Oxalis corniculata L Gehörnter Sauerklee. Eine dem südlichenEuropa angehörende, in Deutschland seltene jährige Art, mit faserigerWurzel, kriechendem, niederliegendem oder aufsteigendem, behaartem