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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1793
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Geraniaceae.

am Ende der Zweite gepaart auf langen, an der Theilungmit kleinen Nebenblättchen besetzten Stielen; der fünftheilige,oft braunroth angelaufene, zottige, gegrannte Kelch ist etwaskürzer als die fünf blafsrothen, von drei weifsen Linien durch-zogenen Blumenblätter. Die Fruchtbildung ist dieselbe, wiebei den Arten von Erodium und Pelargonium.

Officinell war sonst das Kraut: Herba Geranii Ro-bertiani seu Ruperti. Frisch hat es, gleich der ganzenPflanze, einen widerlichen Bocksgeruch, der durch Trocknenverloren geht, und schmeckt etwas unangenehm bitterlich,ziemlich herb. Der verdünnte, wäfsrige Auszug wird vonsalzsaurem Eisenoxyd ganz undurchsichtig grünlich - schwarzverdunkelt.

Vorwaltende Bestandtheile: ätherisches Oel undGerbestoff; ist näher zu untersuchen.

Anwendung. Man gebrauchte die Pflanze gegen Wechseltieber , scrophu-löse Schwindsucht, Blulflüsse: äufscrlich als Wundkraut, gegen Schrunden,Brustkrebs u. s. w., auch mit Butter zur Salbe gemacht gegen Würmer. Dasfrisch zerquetschte Kraut soll die Warzen vertreiben.

Geschichte. Das von Dioscorides beschriebene Geranion wird gewöhn-lich auf eine südeuropäische Art, mit knolliger Wurzel, Geranium tuberosumL. bezogen, aber auch deutsche Arten dieser Gattung wurden schon frühe imMittelalter zur Arznei verwendet. Nach Reufs führte die Aebtissin Hildegardisdas fluprechtskraut unter dem Manien Rubea an, aber sie erwähnt noch in be-sondern Abschnitten einen Kranichschnabel und einen Storchenschnabel. DerName Ruprechtskraut kommt schon früher vor, und Leonhard Fuchs setzt des-halb erläuternd hinzu : Llerba Roberti et Robertiana a nonnullis haud dubie SU-perstitione aliqua Divi, qua superior aelas mirifice imbuta fuit, appellatur.

Geranium rot un d if oli um L. Rundblätteriger Storchschnabel.Eine auf Aeckern, in Gärten, an Wegen u. s. w. wachsende, jährigePflanze, mit gestreckten, ästigen, um die Gelenke angeschwollenen, weichhaarigen und klebrigen Stengeln mit ausgesperrten Zweigen. Die Wurzel-blätter sind lang gestielt, kreisrund, viellappig, gekerbt; die des Stengelsstehen gegeneinander über, sie sind ähnlich geformt, an der Basis abge-stutzt, in drei bis fünf Lappen getiieilt, alle weichhaarig; zumal unteriklebrig, an den Winkeln öfters braun gefleckt und mit kleinen, rötblichenAfterblätteben gestützt. Die Meinen, hell purpurrothen Blumen stehenpaarweise auf langem Stiele in den Blattwinkeln und am Ende der Zweige;der Kelch ist nur halb so lang als die Corolle; die Saamen netzartig punc-tirt. Officinell war sonst das Kraut unter dem Samen Herba Geraniicolumbini: es ist geruchlos und schmeckt herb salzig.

Geranium pratenseL. Wiesen-Storchschnabel. Eine auf Wie-sen wachsende, perennirende Pflanze, mit federkiel- bis kleinen Fingersdicker, zum Theil horizontal laufender, cvlindrischer, ästig-faseriger,weifser, dunkelbrauner, höckeriger, zart geringelter, innen schmutziggelbgrünlicher, weifs, auch zum Theil roth gefleckter, fleischiger Wurzel,die einen oder mehrere iV 2 bis 2 Fuls hohe, aufrechte, ausgebreitet ästige,an den Gelenken aufgetriebene, zart behaarte Stengel treibt. Die Wur-zelblätter und die unteren, des Stengels sind langgestielt, die obereren zumTheil sitzend, alle fast schildartig, bandförmig, 57theilig, die Einschnittedreilappig, tief gespalten, fiederartig getheilt, spitz, oben grün und sehrkurz, unten dichter behaart, weifslich, Die ansehnlichen, schön violett-blauen Blumen stehen gepaart, zum Theil doldenartig gehäuft in den Blatt-winkeln und am Ende der Triebe auf langen Stielen; die ungetheilten Blu-