1792
Geraniaceae.
herzförmig an der Basis ausgeschnitten und am Rande mit einem brei-ten, purpurrothen Saume gezeichnet; sie panachiren gerne, und habenbald einen weilsen, bald einen schwarzen Gürtel, sonst sind sie behaartund rauh anzufühlen. Auf langen Stielen stehen in dichten ßiischein denganzen Sommer hindurch am Ende der Zweige die purpurrothen, rosen-farbenen oder blafsrothen Blumen. Den filtrirlen Saft dieser Pflanze un-tersuchte Braconnot; er fand eine ziemliche Menge sauren, äpfelsaurenKalk, viel wcinsteinsauren Kalk, viel phosphorsauren Kalk und Magnesia,Gerbestoff, Gallussäure, Apotlicm, Ralktannat, extractive, in Alcohol un-lösliche, dem gebratenen Fleisch ähnlich riechende Materie, äpfelsauresBali und Chlorkaliuin. Annal. der Pharm. Bd. 8. pag. 238.
Pelargonium triste "Willd. Geranium triste L. TrauernderKranichschnabcl, Nachtviole, ebenfalls am Cap einheimisch, ist sehr aus-gezeichnet durch grünlichgelbe, schwarzgefleckte Blumen, die des Nachtseinen angenehmen Violengeruch verbreiten. Die knollige, süsliche Wur-zel wird am Kap gleich Kartoffeln gegessen.
Jenkinsonia antidysenterica Eck Ion et Zeiher, ebenfallsam Cap heimisch, ist ein den Pelargonien sehr nahe verwandter Strauch,mit bandförmig, fünfspaltigen, weich behaarten und gewimperten, gelapp-ten Blättern und purpurrothen Blumen. Die ansehnlichen grofsen, knol-ligen Verdickungen des Wurzelhalses werden von den JN'amarruas als einHeilmittel bei der Ruhr benutzt.
Gattung Geranium L. Storchschnabel.
(System. Linn. Monadelphia Decandria.)
Der Kelch ist fünftheilig, die Corolle besteht aus fünfregelmäfsigen Blumenblättern. Alle zehn Staubfäden sindfruchtbar; fünf derselben sind länger, und an der Basis mitDrüsen versehen. Die verhärteten Gritfei bilden die Frucht-schnäbel , sie sind innen kahl und rollen sich schneckenför-mig gewunden auf.
Geranium Robertianum L.
Roberts Storchschnabel, Sanct Ruprechtskraut,Roth lauf kraut, Bocksstorchschnabel.
(Blackwell Herb. t. 480. Plenk plant, med. t. 537. Hayne Bd. 4 tab. 48.)
Eine überall an schattigen Orten, an Wegen, in Hecken,auf Schutthaufen, Mauern, in Gärten, Weinbergen u. s. w.wachsende, jährige Pflanze, mit aufrechtem 1 bis iVi Fufshohem und höherem, fast gabelförmig ästigem, rnndem, anden Gelenken aufgetriebenem, weitläufig abstehend behaar-tem, etwas rauhem, meistens roth angelaufenem Stengel.Die langgestielten drei- und fünfzähligen Wurzelblätter ste-hen im Kreise, die des Stengels gegeneinanderiiber; sie ha-ben eingeschnitten fiederartig getheilte Blättchen, mit stum-pfen Segmenten; alle sind mit einzelnen, abstehenden Här-chen besetzt, etwas rauh, hochgrün, nicht selten roth ange-laufen, und mit kleinen, zottigen Afterblättchen gestützt.Die kleinen Blumen, welche sich vom Mai an, den ganzenSommer hindurch vorfinden, stehen in den Blattwinkeln oder