Crassulaceae.
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besetzt. Die ziemlich grofsen Blumen stehen am Ende derZweige nach innen in einseitigen Aehren, so dafs das Ganzeeine Art Doldentraube bildet. Der Kelch wie die gevvim-perte purpurrothe Corolle sind sternförmig ausgebreitet. AnStaubfäden sind 12 — 20 vorhanden, eben so viele Pistille undKapseln. Die Pflanze blüht meistens nur alle 2—3 Jahreoder noch seltner, je nach dem Standorte, im Juli und Au-gust, und ist dann eine wahre Zierde der Mauern oderDächer.
Officinell sind die frischen Blätter: Herba Sempervivivel Sedi majoris. Sie sind geruchlos und schmecken kühlend,herb säuerlich, schwach salzig ^ die Wurzel schmeckt ziem-lich bitter und etwas scharf.
Vorwaltende Bestandteile. Saurer äpfelsaurerKalk.
Anwendung. Man gebraucht den ausgeprcfsten Saft der Blätter als küh-lendes Mittel innerlich und äufserlich , zumal als Keinigungs- und Schönheits-mittel für die Haut, gegen Sommersprossen u. s. w. Gewöhnlich wird er dannmit Weingeist gemischt angewendet; in dieser Mischung bildet sich durch Nie-derschlagen des äpfelsauren Kalks ein weifses linimentartiges Gemenge. Die zer-quetschten Blätter lindern die Schmerzen der Bienenstiche, auch legt man sie alsErweichungsmittel auf Hühneraugen. Sonst kamen sie noch zu mehreren Zusam-mensetzungen , auch hatte man ehedem einen Syrupum Sempervivi, der aus demSafte mit Zucker bereitet wurde. Die jungen Blätter können wie Portulak , alsSalat u. s. w. benutzt werden.
Geschichte. Die alten griechischen und römischer, Acrzte benutzten schonmehrere Arten -von Sempervivum (und Sedum), namentlich Sempervivuin arbo-reum L. ISach Caelius Aurelianus diente der Saft in Klistieren bei Durchfällen jund in Umschlägen benutzte er die Pflat^e bei Blutungen; Dioscorides rühmtdas Mittel noch in vielen andern Krankheiten. Derselbe berichtet auch, dafsman die Pflanze in Töpfen siehe, die auf die Häuser gestellt würden. Di« Grie-chen bezeichneten diese Fettpflanxe mit dem INamen Aizoon , allein schon beiPlinius kommt die Benennung Sempervivum vor. Das gröbere, sagt er, wird inTöpfen gezogen, wächst aber auch auf Wetterdächern (in subgrundiis), das klei-nere auf Mauern und Ziegeldächern, und ist vielleicht Sedum rufescens, das nachTenore im südlichen Italien überaus häufig nuf Mauern und Dächern au findenist. In abergläubischer Absicht eultivirten die Römer Arten von Sempervivumauf den Dächern und Mauern ihrer Häuser, eine Sitte, die sich bis auf unsereTage unverrückt erhalten hat.
Zweite Section der vierten Unterklasse.Haplocarpae, carpellis calyce mutato cinetis.
Die in diese Abtheilung gehörigen Gewächse sind Exo-genen , deren Genitalien von einem Kelche sowohl als mehre-reren Blumenblättern umgeben sind, welche letztere gleichden Staubfäden auf dem Kelche sitzen. Ihr wesentliches Un-terscheidungsmerkmal liegt jedoch in der Bildung der Frucht-