n
!
>
k
I
*
724 Compositae.
Familie: COMPOSITAE Vaillatti.Syngenesisten, Synanthereen.
Die Syngenesisten, wie wir die Gewächse dieser Abthei-lung jederzeit nennen werden, sind grofsentheils perennirendeKräuter oder Sträucher, nur ausnahmsweise Bäume, die überdie ganze Erde verbreitet sind, und fast den zehnten Theildes ganzen Gewächsreiches ausmachen. Ihre eigenthumlichenSäfte, von denen jederzeit die Arzneikräfte abhängen, sindsehr verschieden; die Bitterkeit ist bei weitem die vorherr-schende Beschaffenheit, öfters sind sie zugleich adstringirendoder aromatisch, und eine ganze Abtheilung von Syngene-sisten ist mit einem bisweilen narkotischen Milchsatte begabt.Die Blätter stehen abwechselnd oder ß;eß;en einander über, siesind ihrer Form und Ansehen nach äufserst verschieden, oftmannichfaltig eingeschnitten und getheilt, aber niemals voll-kommen gefiedert oder zusammengesetzt. Häufig werden dieBlätter gegen die Spitze der Zweige hin kleiner, verändernzugleich auch ihre Form, werden einfacher, selbst schuppen-artig und gehen somit in die Nebenblättchen oder Bracteenüber, die übrigens in der Regel ihrer innern Structur nachvon den Stetigelblättern kaum verschieden sind.
Eigenthümlich ist der Blüthenstand ; die Syngenesistenhaben zusammengesetzte Blumen (Flor es composilij , vonwelchem Umstände die ganze Familie den Namen hat. Ge-wöhnlich sitzen viele Blümchen auf gemeinschaftlicher Unter-lage und bilden so einen Blumenkopf QCapitulum} ^ welchenMir bei mit dem Namen Calathis bezeichnete, Richardnannte ihn Cephalanthitim; häufig hat man ihn auch mit derBenennung Anthodium belegt. Besteht dieser Blumenkopf nuraus sehr wenigen Blümchen, so heifst er auch Knäuel QGlo-merulusj und dieser Glomerulus ist, was man nicht übersehendarf, von Cassini Capilulum genannt worden; in diesemKnäuel blühen oft die Centralbluinchen zuerst, die äufserenspäter, oder auch in ungeordneter Reihenfolge.
Diejenigen Blättchen, welche aufserhalb unmittelbar denBlumenkopf umgeben, bilden die Hülle Qlnvolucruni). Linneund seine Nachfolger nennen sie den gemeinschaftlichen KelchQCalyx communisj, oder nach Neck er Perigyrianda commu-nis. Mirbel nannte diese Hülle Periclinium, Richard aber Peri-phoj-anl/äwuj sie besteht aus zahlreichen Blattschuppen, diein eine oder mehrere Reihen geordnet, frei oder am Rande miteinander verwachsen, rauschend, trocken (_scqriosae squamaej,lederartig, fleischig, dornig h. s. w. sind. Nicht selten liegensie dachziegelartig geschichtet, oder sind auf mancherlei Weiseverlängert und gelagert. Diejenige Stelle, welche den Blüm-chen eines Kopfes zur gemeinschaftlichen Unterlage dient,heifst der Blumenboden oder auch Fruchtboden QRe-