Grainineac.
153
Kieselerde auf und reagirte sauer. Dieser Tabaxlr bestand aus Wasser4,87, Kieselerde 10,50, Kali 1,10, Eisenoxyd 0,90, Thonerde 0,40, Kalk0,10. — Der amerikanische Tabaxir aoll sich durch den grösseren Ge-halt an Kali unterscheiden.
Ausser den Bambusen finden sich die ansehnlichsten Gräser inden oben erwähnten Abtheilungen der Saccharineen und Arun-dineen. Zu den letztem gehören noch zwei Arten, die wir hier er-wähnen müssen. Arundo Donax L., das grosse italienische Rohr; dieschönen starken, aber hohlen Halme werden 8—10 Fuss hoch ; die Blättersind breit und lang und die Blüthen bilden grosse ästige Rispen mitdreiblüthigen Aehrchen, kahler Spindel, aber seidenartig behaarten un-teren Spelzen, «o dass sie silberglänzend erscheinen. Der unterirdischeMittelstock ist dicht, fleisehig und war unter dem Namen RadixArundinis Dona eis officinell. Wir erhielten vor Kurzem diese ge-trocknete, in kleine Stücke Zerschnittene Wurzel unter dem seltsamen Na-men Radix Cannae Cargannae. Der Geschmack ist etwas süsslich.
Unter imsern deutschen Gräsern ist nach diesem das gemeine Schilf-rohr, Phragmites communis, eins der grössten Gräser und in un-seren Teichen sehr gemein; die grossen ästigen Rispen bestehen aus 4 —7hh'ithigen Aehrchen, deren unteres Blüthchen unfruchtbar und glatt ist,Während die übrigen mit langen Haaren besetzt sind. Der lange krie-chende und gegliederte, innen hohle, frisch ganz weisse Mittelstockwar die Radix Arundinis vulgaris; sie schmeckt ebenfalls süsslich.Aus den Abtheilungen der Pani cineen, die durch einbliithige Aehr-chen mit einem andern unfruchtbaren Blüthchen und durch die mit den.lederartigen Spelzen umgebenen Caryopsen ausgezeichnet sind, müssenwir hier das Pa ni cum m.ili a c e um erwähnen/eiu einjähriges Gras ausOstindien, welches bei uns häufig eultivirt wird und sich durch die über-hängende ästige Rispe auszeichnet. Ausserdem wird auch Setaria ita-lica P. B. (Panicum L.j eultivirt, die sich durch dia dichte, ährenför-TOige Rispe unterscheidet. Die Früchte dieser Pflanzen sind die gemeineHirse, Semen Mini, den man nicht wegen diesem Namen mit dem«nies sehr bekannten , in imsern Wäldern häufig vorkommenden GrasesMilium effusum verwechseln muss. Ar rhenaterum elatiusM.et K.,das bekannte grosse Raygras, hat in einer Spielart an der Basisknoiig-verdickte Halme, die wie Radix graminis angewendet wurden.
Aus der grossen Abtüeilung der Fes t u ein a e ist vorerst die Fes-tuca quadridentata H. et. K. zu erwähnen. Sie ist inOuito einhei-misch: ihre Wurzel ist pererinirend, der Halm und die Scheiden sindrauh, die Blätter sind flach, glatt, unten blau-grün, die ästige und ein-seitige Rispe ist überhängend, mit zu zwei stehenden rauhen Aesten ;die Aehrchen sind zusammengedrückt eiförmig, fast fünfblüthig; dieKlappen und Spelzen sind rauh und die untere Spelze ist am der\Spitzevierzahmg, mit einer kurzen Granne zwischen den Zähnen. Dieses Gras'' f ' lsst J-'r deu Eingebornen Pigovil und ist für die Thiere ein tödtli-ches Gift. Dann gehören noch zwei Gräser hierher, denen man einepurgH-ende Wirksamkeit zuschreibt, ohne dass wir aber eine neuere Er-iahrnng darüber angeben könnten.
Bromus catharticus V., ein Gras mit perennirender Wurzelaus Peru; die wenig ästige Rispe ist aufrecht, die Aehrchen sind breit-lanzettlürnng, gestreift, rauh (sechsblüthig) mit kurzen, geraden Grannen,
Brom us purgans L. aus Nordamerika unterscheidet sich durcheine nickende Rispe, durch lanzettliche., fast siielrundo Aehrchen undiM'Laarto BMtheo mit einer geraden Granne; die Blatter sind auf beiden.
>