Ferrum pulveratum.
die Flüssigkeit neben Eisenoxyd noch eine nicht flüchtige organischeSubstanz (ztB. Weinsteinsäure) enthält, in solchen Fällen erfolgt keineoder eine unvollständige Fällung.
Kaliumeisencyanür verursacht in Eisenoxydullösung einen weissen(Eisencyanur mit einem Rückhalte des Fällungsmittels) sich schnelldurch Absorption von Sauerstoff in Blau (Eisencyanürcyanid mit Eisen-oxyd und einem Rückhalte des Fällungsmittels) umändernden Nieder-schlag — in Eisenoxydlösung erscheint der Niederschlag sogleich dun-kelblau (Eisencyanürcyanid).
Kaliumeisencyanid gicbt mit Eisenoxydul einen dunkelblauen Nie-derschlag (Eisencyanürcyanid), mit Eisenoxyd findet weder Trübungnoch Blaufärbung statt.
Schit'ejclwasserstoff übt in aufgelösten Eisenoxydulsalzen keine Ver-änderung aus, es sei denn dass die Säure des Salzes, eine schwachePflanzensäure, z. B. Essigsäure ist, in welchem Falle das Eisen thcii-weise als Eisensulfür niedergeschlagen wird. —• Eisenoxydhaltige Flüs-sigkeiten werden davon weiss getrübt, die Trübung rührt von ausge-schiedenem Schwefel aus dem Reagens her, wobei gleichzeitig das Oxydzu Oxydul reducirt wird.
Schwefclammonhim bringt in beiden Eisenauflösungen unter allenVerhältnissen eine schwarze Fällung (Schwefeleisen) hervor, oder nureine dunkelgrüne Färbung, wenn die Menge des vorhandenen Eisenssehr gering ist.
Essigsaures Alkali bringt in Eisenoxydullösung keine bemerkbareVeränderung hervor, in Eisenoxydlösung dagegen eine mehr oder we-niger dunkele Röthung durch Bildung von essigsaurem Eisenoxyd.Erhitzt man die letztere Mischung zum Sieden, so fällt alles Eisenoxydals basisches Eisenoxydsalz nieder und die Flüssigkeit wird farblos.
Bemerkenswert!] ist ausserdem noch die Beaction, welche Eisen-oxydsalze in Aufgüssen von gerbstoflhaltigen adstringirenden Pflanzen-substanzen hervorbringen, und worauf sicli auch die Anwendung von'Gallustinktur zur Erkennung von Eisen in neutralen Flüssigkeiten gründet(Th. IL Reag.). Die erwähnten Pflanzenaufgüsse werden nämlich durch Ei-senoxydsalze, je nach der Concentration des einen oder des andern Mit-tels, entweder bläulich-violett bis dunkelblau-schwarz, oder hellgrün bisdunkelgrün gefärbt, weswegen man auch in dieser Beziehung eisen-bläuenden und eisengrünenden GerbestofT unterscheidet. Auf Eisen-oxyduUösungen wirken die genannten Substanzen nur in sofern ein,als erstere selten ganz frei von Oxyd sind, und auch der Zutritt derLuft sich nicht vollkommen absperren lässt.
Auf trockenem Wege mittelst des Löthroths werden die Eisern er-bindungen ohne Unterschied durch folgendes Verhalten erkannt. Sieerthcilen, wenn sie mit Borax in der äussern Flamme geschmolzenwerden, der Boraxperle eine duiikclrothe Farbe, die beim Erkaltenheller wird; beim Erhilzen in der innern Flamme färben sie die Perlegrün, beim Erkalten verschwindet diese Färbung gänzlich.
§ 281. Eisenpulver (Ferrum pulveratum). Das metallische Eisenwird in fein gepulvertem Zustande auch unmittelbar als Arzneimittelangewandt. Zu diesem Behufe eignet sich das Stab- und Schmiede-
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