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1 (1847) Grundriss der pharmaceutischen Chemie und Lehre von der Gewinnungsweise, den Eigenschaften, der Erkennung und Prüfung der pharmaceutisch-chemischen Präparate
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Ferrum.

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ricuni — FeO -f- Fe 1 0 3 ) verbindet*). Die Eisenoxydulsalze (Salesferrosi) sind im wasserleeren Zustande weiss, im gewasserten grünlichblau gefärbt, schmecken eigenthümlich süss, hintennach zusammenzie-hend, sind in Wasser theils löslich, theils unlöslich, die letzteren wer-den durch ein Uebermaass von Säure löslich gemacht. Die Eisen-oxydullösungen verschlucken Stickoxydgas in grosser Menge und nehmendadurch eine dunkelbraune oder schwarze Farbe an. Diesen Eisen-oxyduisalzen entspricht eine Reihe von Eisenhaloidsalzen, d. h. von Ei-senverbindungen, worin der Sauerstoff des Oxyduls durch eine aequi-valente Menge eines Haloids, also 1 Volum Sauerstoff durch 2 Volumedes letzteren, ersetzt ist. — Die Eisenoxydsalze (Saks ferrici) sindgelb, weiss oder roth, von herbem zusammenziehenden, wenig süssenGeschmack. Einige sind in Wasser löslich, andere nicht, die letzterenwerden durch freie Salzsäure gelöst; die möglichst neutralen Auflö-sungen werden im stark verdünnten Zustande beim Erwärmen zersetztunter Abscheidung eines basischen Salzes. — Den Eisenoxydsalzenentspricht eineReihe von Eisenhaloidsalzen, in denen die 3 VolumeSauerstoff durch (> Volume des Haloids ersetzt sind.

Nachstehende Reagentien bringen in beiderartigen Eisenauflösungendie neben bemerkten Veränderungen hervor, wodurch die Gegenwartdes Eisens als Oxydul oder Oxyd in einer Flüssigkeit leicht erkanntwerden kann.

Kaustische und kohlensaure Alkalien erzeugen in einer Auflösungvon Eisenoxydul einen weissen (reines oder kohlensaures Eisenoxy-dulhydrat), schnell in Grau, dann in Grün und endlich in Braun (Ei-senoxydhydrat) übergehenden Miederschlag, wobei Sauerstoff aus derLuft absorbirt wird und Kohlensäure entweicht, wenn das Fällungs-mittel kohlensaures Alkali war. Enthält die Eisenoxydullösung vielvon irgend einem Ammoniaksalze, so eitsteht beim Zusätze des KalisAnfangs kein Niederschlag, wohl aber beim Erhitzen oder bei längererBerührung mit der Luft, in dem Maasse als das Eisenoxydul durchAbsorption von Sauerstoff in Oxyd übergeht. — In Eisenoxydlösungerfolgt durch kaustisches und kohlensaures Alkali sogleich ein braunerNiederschlag (Eisenoxydhydrat), ausgenommen in den Fällen, wo die

•) Neuere Beobachtungen haben dargethan, dass das Eisen ausser in denobigen Verhaltnissen noch mit einer grösseren Menge Sauerstoff sich verbindenkann, wodurch eine der Mangansäure entsprechende Eisensäure (=Fc0 3 ) ent-steht. Wenn man Eisenoxyd mit Kalihydrat oder besser mit Salpeter und Kali-hydrat einige Zeit lang lebhaft rothglüht, so entsteht eine braune Masse, die beimBehandeln mit Wasser eine prächtig dunkle violettrothe Lösung giebt, welche ei-sensav.res Kali enthält. Eine Lösung desselben Salzes wird erhalten, wenn mandurch Kalilauge, in welcher Eisenoxydhydrat suspendirt ist, Chlorgas leitet. — Amschnellsten bereitet man sich nach //. Trommsdorff eine Auflösung von eisensau-rem Kali auf folgende Weise: Man mengt 2 Drachmen Eisenfeilspähne mit 4 Drach-men trockenem pulverisirten Salpeter, trägt das Gemisch in einen sehr geräu-migen, schwach rothglühenden Tiegel, und nimmt denselben, sobald an einemPunkte des Gemisches ein lebhaftes Glühen beginnt, aus dem Feuer, wonach dieReaction sich stürmisch über die ganze Masse verbreitet. Nach Beendigung der Be-action findet sich im Tiegel eine pulverige braunschwarze Masse, welche in einemgut zu verschliessenden Gefässe aufzubewahren ist und welche mit Wasser eineprächtig rothe Lösung giebt.