Krystallisation.
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31 Theile schwefelsaure Magnesia auflösen: so krystallisiren 47 Theileheraus. Die Flüssigkeit, welche zurückbleibt, nennt man Mutterlauge.Man dampft sie zu wiederholten Malen ab, nachdem man sie jedesmalhat krystallisiren lassen; sie enthält, wenn man durch Krystallisationverschiedene Substanzen von einander zu trennen beabsichtigt, ge-wöhnlich fremde Substanzen aufgelöst, welche entweder unkrystallisirbaroder viel leichter löslich sind. Lässt man eine Auflösung langsamkrystallisiren, so erhält man grosse Krystalle, welche häufig dadurch,dass sie aus mehreren zusammengruppirt sind, Höhlungen enthalten,worin sich von der Mutterlauge befindet, welche das Salz verunrei-nigt; um daher den herauskrystallisirten Körper recht rein zu erhal-ten, muss man durch Umrühren während der Krystallisation die Bil-dung grosser Krystalle verhindern, das Krystallmehl abtropfen lassen,von Neuem in reinem Wasser auflösen und abermals krystallisiren.
Wenn sich Krystalle bilden, so nehmen sie in vielen Fällen Wasserauf, und zwar ist dasselbe entweder chemisch mit der krystallisirendenSubstanz verbunden, oder blos mechanisch eingemengt. Das Wassernämlich, welches krystallisirende Körper aufnehmen, ist entweder zuihrer Existenz in einer bestimmten Krystallform unumgänglich noth-wendt'g, so dass, wenn sie weniger, oder mehr, oder auch gar keinWasser aufnehmen, die Form der Krystalle sich gänzlich verändert,oder es ist zum Krystallisiren, zur Erlangung einer bestimmten Form,nicht wesentlich erforderlich; im ersteren Falle ist eschemisch gebunden,im letztern nur als etwas Ausserwesentliches eingemengt. Das ersteresteht der Quantität nach zu der krystallisirenden Substanz in einemstets gleichbleibenden Verhältnisse bei gleichbleibender Krystallform:so enthält das Glaubersalz stets 56 Proc, Borax 47,1 Proc, kohlen-saures Natron 62,75 Proc. Wasser, wenn sie in der gewöhnlichenKrystallform auftreten. So wie aber die Wassermenge im Glaubersalzund kohlensaurem Natron nur § der obigen beträgt, in Folge verän-derter äusserer Verhältnisse, unter den die Krystallisation vor sich ging,sind die Krystalle beider von ganz anderer Form, so auch beim Boraxmit der Hälfte der obigen Wassermenge. Aehnliche interessante Er-scheinungen bieten noch unter andern das schwefelsaure Eisenoxydul,Manganoxydul und Zinkoxyd, wie an den betreffenden Orten nähererläutert ist. Die Wassermenge, welche ein Salz beim Krystallisirenaufnimmt, kann für jedes verschiedene Salz eine verschiedene sein;sie kann also nicht a priori bestimmt werden, sondern sie muss fürjedes Salz durch den Versuch gefunden werden. Demungeachtet zeigtsich aber bei den Krystallen, welche chemisch gebundenes Wasserenthalten, das Gesetz der einfachen und multiplen Proportionen deut-lich ausgesprochen, denn die Sauerstoffmenge des Wassers steht zurSauerstoflmenge der Base eines Salzes oder des ganzen Salzes in ei-nem einfachen Verhältniss in ganzen Zahlen. So ist z. B. der Sauer-stoffgehalt im Krystallwasser des Glaubersalzes, Boraxes, kohlensaurenNatrons zehnmal so gross als in dem Natron, der Base dieser Salze.
Die Temperatur, bei welcher die Krystallisation eines Salzes ausseiner wässrigen Auflösung vor sich geht, ist in vielen Fäilen vonEinfluss auf den Wassergehalt des Salzes. So krystallisirt Glaubersalz