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1 (1847) Grundriss der pharmaceutischen Chemie und Lehre von der Gewinnungsweise, den Eigenschaften, der Erkennung und Prüfung der pharmaceutisch-chemischen Präparate
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Chemische Operationen.

6) Präcipitation ist diejenige chemische Operation, bei welcher einaufgelöster Körper aus dem Lösungsmittel in fester Form abgeschieden,niedergeschlagen wird. Die Präcipitation ist stets Folge einer chemischenWirkung, und sie erfolgt in allen Fällen, wo zwei aufgelöste zusammen-gesetzte Körper, welche durch gegenseitigen Austausch ihrer Bestand-theile die Erzeugung eines unlöslichen oder schwerlöslichen veranlassenkönnen, mit einander vermischt werden, z, B. kohlensaures Kali undsalzsaurer Kalk, salzsaurer Baryt und salpetersaures Natron.

Nicht immer ist übrigens diePräcipitation der Erfolg einer wechsel-seitigen Zerlegung zweier zusammgesetzten Körper. Sehr oft findetdabei nur eine einseitige Zerlegung und Vereinigung statt, und zwarin den Fällen, wo entweder ein einfacher Körper oder auch eine ein-fache Verbindung mit einer zusammengesetzten binären Verbindung ingegenseitige Berührung gebracht wird. So wird das Kupfer durchmetallisches Eisen aus seinen Auflösungen metallisch, und durch einAlkali als Oxyd niedergeschlagen. Ebenso wie im Vorhergehendenfindet zwar auch hier das Gesetz statt, dass die eben erwähnte Zer-legung in allen Fällen eintritt, wo der Erfolg derselben ein unlöslicherKörper ist, doch hängt die Zerlegung selbst nicht allein von den ver-schiedenen Cohäsionsverhältnissen der zerlegten und erzeugten Ver-bindungen ab, sondern sie wird auch in vielen Fällen durch dieelektropolarischen Verhältnisse der Elemente bedingt.

Die bei einer Präcipitation abgeschiedene Substanz wird das Prä-cipitat genannt; durch Abgiessen und Filtriren wird dasselbe von derFlüssigkeit getrennt, und durch Auswaschen (Auslaugen, Aussüssen)von allen andern fremdartigen Bestandtheilen befreit.

7) Krystallisation. Mit diesem Namen bezeichnet man eine andereehemische Operation, deren man sich ebenfalls zur Isolirung von che-mischen Verbindungen aus Auflösungen, oder auch zur Trennung der-selben von anderen, in denselben Auflösungen gleichzeitig enthaltenenVerbindungen bedient. Sie ist auf die früher schon erwähnte Eigen-schaft vieler Körper, sowohl einfacher als zusammengesetzter, sichunter hierzu günstigen Umständen in eigenthümlichen, regelmässigenFormen aus ihren Auflösungen abzuscheiden, begründet.

Um die Krystallisation eines Stoffes zu bewirken, muss er stetsin den tropfbaren oder elastisch-flüssigen Zustand versetzt werden. Diesgeschieht entweder durch erhöhte Temperatur, wodurch die Körpergeschmolzen (Schwefel. Wismuth) oder verdampft (Salmiak) werden,oder dadurch, dass man den Stoff mit einem anderen in eine Verbindungtreten lässt, welche bei der gewöhnlichen, oder bei einer etwas höhereuTemderatur tropfbar- oder elastisch-flüssig ist. Es müssen alsdanndiejenigen Ursachen wieder hinweggeräumt werden, welche dem Körperdie Flüssigkeit ertheilt haben. Dies geschieht durch Erkaltung, oderdurch Entziehung desjenigen wägbaren oder unwägbaren Stoffes, mitwelchem der zu krystallisirende Körper eine flüssige Verbindung ein-gegangen war. Stellt man eine gesättigte Auflösung von schwefelsaurerMagnesia zum Erkalten hin, die bei 100° anfing Kr\stalle abzusondern,bei welcher Temperatur 100 Theile Wasser 78 schwefelsaure Magnesiaauflösen, und lässt bis 10° erkalten, wobei 100 Theile Wasser nur

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