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1 (1847) Grundriss der pharmaceutischen Chemie und Lehre von der Gewinnungsweise, den Eigenschaften, der Erkennung und Prüfung der pharmaceutisch-chemischen Präparate
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Chemische Operationen.

bei gewöhnlicher Temperatur mit 56 Procent Wasser; erwärmt maneine bis 33° gesättigte Glaubersalzlösung sehr langsam, so krystallisirtein Salz heraus, weiches nur 50 Procent Wasser enthält. Erhält maudie Glaubertalzlösung bei einer Temperatur von 33 u ohne sie wederzu erhöhen noch zu erniedrigen, so krystallisirt das Salz wasserfreiheraus. Kochsalz krystallisirt bei — 10° mit 38 Proc. Wasser.

Die von verschiedenen Temperaturen abhängige Krystallisirbarkeitder Salze aus ihren Auflösungen wird in manchen Fällen zur Hervor-bringung chemischer Zersetzungen benutzt. So bereitet man SalzsäureMagnesia du rcli gegenseitige Zersetzung des Kochsalzes und der schwefel-sauren Magnesia bei einer Kälte von — 3°, wobei Glaubersale an-sehiesst, und salzsaure Magnesia in der Mutterlauge bleibt. DieserProcess lässt sich auch umkehren, erwärmt man näinüch eine ge-mischte Auflösung von salzsaurer Magnesia und Glaubersalz bis 30"und dampft bei dieser Temperatur weiter ab, so fällt Kochsalz alskrystallinisches Pulver nieder und schwefelsaure Magnesia bleibt inder Fiüssigkeit.. Isomorphe Salze lassen sich durch Krystallisircnnicht scheiden, wenn sie nicht ein sehr verschiedenes Löslichkeits-vermögen besitzen.

Krystalle, welche chemisch gebundenes Wasser enthalten, schmel-zen in der Wärme und verlieren bei fortgesetztem Erhitzen dasWasser allmählig, blasen sich dabei auf, schäumen und werden end-lich zu einer schwammigen, trocknen Masse, z. B. der gebrannteAlaun, und pflegen dann sich nur langsam im Wasser wieder auf-zulösen. Solche Krystalle verwittern auch an der Luft, fatisciren,d. h, sie verlieren durch allmähliges Verdampfen von der Oberflächeaus ihr Wasser, welches bis zu dem gänzlichen Auseinanderfallenfortdauert, sie erscheinen mit Staub bedeckt; indem das die einzel-nen Krystalltbeile verbindende Wasser fehlt, wird der Zusammenhangaufgehoben, z, B. Glaubersalz. Einige zeriliessen leicht, wenn siezum Wasserdampfe der Luft grosse Verwandtschaft besitzen, /., B.salzsaurer Kalk.

Gewisse Substanzen effloresciren beim Krystallisiren, d. h. siesteigen durch Capillarität an den Gefässwänden in die Höhe, überden Rand hinweg, längs der äussern Fläche der Gefässe heraus, sodass sehr wenig oder nichts im Gefässe bleibt, z. B. Kaliumeisencya-nid. Man kann diesen Uebelstand durch Beulen der Bänder vermei-den. Krystalle, welche mechanisch beigemengtes Wasser enthalten,verknistern, decrepitiren, wenn man sie auf heisse Körper streut,indem das Wasser sich in Dampf verwandelt und seine Krystallhullemit Geräusch zerbricht.