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2 (1857) Kurzes Lehrbuch der organischen Chemie
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280
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280 Organische Basen.

rigem Ammoniak zusammen, so krystallisirt nach kurzer Zeiteine organische Base, Thiosinnamin, C 8 H a N 2 S 2 = C„H 5 NS 8+ NH 3 .

2. Durch Substitution eines Wasserstoffäquivalentes imAmmoniak durch organische Radicale. Jod'äthyl und Ammoniakvereinigen sich zu jodwasserstoffsaurem Aethylamin, C 4 H 5 J+ NH 3 = C 4 H 7 N.HJ.

3. Manche stickstoffhaltige Verbindungen verwandeln sichbeim Erhitzen oder bei der Behandlung mit Kali, ohne Aende-rung der Zusammensetzung, in organische Basen. Das durchVereinigung von Furfurol mit Ammoniak erhaltene indifferenteFuri'uramid, C 30 H 12 N 2 O 6 , geht beim Kochen mit Kali in dasAlkaloidFurfurin,C 30 H ia N,O 6 , über. Das Cyanamid, CjHsNj,verwandelt sich beim Erhitzen in das polymere Melamin,C 6 H 6 N 6 .

4. Viele stickstoffhaltige Verbindungen geben bei der Ein-wirkung verschiedener Agentien, namentlich auch in der Wärme,unter Zersetzung organische Basen. Dies findet statt, sowohlmit nicht basischen Verbindungen, als auch mit schon vorherbasischen. Das Kreatin, C 8 H 9 N 3 0 4 , geht beim Kochen mitSäuren in die starke Basis Kreatinin, C 8 H 7 N 3 0 2 , über:

C 8 H 9 N 3 0 4 = C 8 H 7 N 3 0 2 +2HO.Das Senf öl verwandelt sich beim Kochen mit Bleioxyd undWasser in die organische Basis Sinapolin, C I4 H 12 N 2 0 2 :2(C 8 H 5 NS 2 ) +• 2HO + 6PbO = C 14 H I2 N 2 0 2 + 4PbS

+ 2(PbO.C0 2 ).Der Indigo, C 16 H 5 N0 2 , liefert mit Kalihydrat destillirtAnilin, C 12 H 7 N:

C 16 H 5 NÜ 2 +• 4(KO.HO) + 2HO=C 12 H 7 N + 4(KO.C0 2 )

4- 4H.

In vielen Fällen kann man die Bildung organischer Basenaus nicht basischen stickstoffhaltigen Stoffen bis jetzt nicht so ge-nau verfolgen wie in den angeführten Beispielen, aber die meistenstickstoffhaltigen Thier- und Pflanzenstoffe liefern bei der trock-nen Destillation, oder der Fäulniss, neben Ammoniak auch orga-nische Basen. In dem bei der Gewinnung des Leuchtgases ausSteinkohlen sich abscheidenden Theer sind viele organische Ba-sen enthalten, wie Anilin, Picolin, Chinolin, Petinin, Lutidinu. s. w.

Die organischen Basen selbst geben bei der Einwirkung ver-