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2 (1857) Kurzes Lehrbuch der organischen Chemie
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Einl

1 t u n g.

1. Unterscheidung der organischen von den un-■ organischen Stoffen. Die organische Chemie beschäftigtsich mit den in Pflanzen und Thieren vorkommenden Stoffen,sowie mit den daraus darstellbaren Producten, in so weit sienoch mit den ursprünglichen in ihrer Zusammensetzung Aehn-Hchkeit zeigen. Es ist in der Natur begründet, dass von denhöchst zusammengesetzten Tliier- und Pflanzenstoffen "bis zu deneinfachsten unorganischen Stoffen eine ununterbrochene Stufen-leiter sich in der Art herstellen lässt, dass jedes Glied dem vor-hergehenden und dem folgenden in manchen Beziehungen ähn-lieh ist, und es bleibt mitbin der Willkür des Chemikers über-lassen, wohin er die Grenze zwischen organischen und unorgani-schen Stoffen setzen will. Wir finden demgemäss auch keineUebereinstimmung zwischen den Ansichten verschiedener Chemi-ker, und ein und derselbe Stoff, der in der Stufenfolge der Grenzenahe steht, wird von dem Einen zu den organischen, von dem ■Anderen schon zu den unorganischen Körpern gerechnet, wäh-rend für die höher liegenden keine Meinungsverschiedenheitbesteht.

Alle organischen Verbindungen enthalten Kohlenstoff unterihren Bestandtheilen; der Kohlenstoff ist aber nicht unmittelbarmit allen übrigen Elementen in der organischen Verbindungvereinigt, sondern er bildet zunächst mit einem oder mehrereneinfachen Stoffen einen zusammengesetzten Körper, der die Rolleeines Elementes übernimmt, und die Fähigkeit besitzt, sich mitanderen Elementen zu vereinigen, weshalb dieser nähere P>e-standtheil den Namen zusammengesetztes liadical erhaltenhat. Während demnach in den unorganischen Stoffen sich einElement mit einem anderen vereint und die daraus hervorgehendeVerbindung sich wieder mit einer entsprechend zusammengesetz-

Strecker, org&niflche (bomie. 2. Aufl. 1