Druckschrift 
8 (1861) [Soda - Tzinacancuittaquahuitt]
Entstehung
Seite
913
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Toluyl-Ammoniak. — Toluylsäure. 913

Toluylamin syn. Toluidin S. 899.Toluyl-Ammmoniak, syn. Toluidin.

Toluylchlorid, Toluylsäurechlprid. Ein dem Benzoyl-chlorid homologer Körper. Formel: Ci 6 H 7 0 2 €l (Cahours : ).

Es wird durch Destillation eines Gemenges von Toluylsäure undPhosphorperchlorid zu gleichen Aequivalenten (am besten nimmt manvon letzterem einen kleinen Ueberschuss) dargestellt und von dem gleich-zeitig entstandenen Phosphoroxychlorid durch fractionirte Destillationgetrennt.

Es ist eine farblose stark lichtbrechende Flüssigkeit von 1,175spcc. Gewicht, die zwischen 214=° und 216° C. siedet. Es raucht an feuch-ter Luft and zersetzt sich mit Wasser leicht in Salzsäure und Toluyl-säure. Mit Alkohol verwandelt es sich unter starker Wärmeentwicke-lung in toluylsaures Aethyloxyd. Mit trockenem kohlensauren Ammo-niak zusammengerieben liefert es Toluamid.

Vermischt man Toluylchlorid mit salicyliger Säure und erhitzt dieklare Mischung, so findet bald eine lebhafte Einwirkung unter Entwicke-lung von Salzsäure statt und es entsteht Tolusalicyl (vgl. Bd. VII.S. 76). In gleicher Weise verhält sich das Toluylchlorid gegen Euge-nyl oder Nelkensäure (s. 2. Aufl. Bd. II, 3, S. 949). A. S.

Toluylendiamin, Organische zweisäurige Base

Diaminbase. Formel: C 14 H- 10 N 2 =r Cl4 ^ 6 |l _

Nebenproduct in der Anilinf'abrik von Collin in Paris erhalten, dannvon Hofmann 2 ) dargestellt und untersucht.

Zur Darstellung desselben destillirt man Binitritoluol mit einerMischung von Eisenfeile und Essigsäure, wobei das Toluylendiaminüberdestillirt.

Es bildet frisch dargestellt farblose Krystalle, die sich bei Luftzu-tritt schwach färben; durch Behandlung mit Thierkohle wird es wiederfarblos. Es schmilzt bei 99° C. und destillirt ohne Zersetzung bei etwa280°C. In kochendem Wasser löst es sich in ansehnlicher Menge undscheidet sich beim Erkalten in Nadeln ab, die zolllang werden können.In Alkohol und in Aetlier ist es leicht löslich. Die Lösungen reagirenalkalisch.

Das bromwasserstoffsaure Salz, C 14 H 10 N 2 . 2H Br, bildetkurze in Wasser und in Weingeist lösliche Krystallnadeln.

Das chlorwasserstoffsaure Salz ist in Wasser selbst in derKälte sehr leicht löslich, krystallisirt aber leicht aus starker Salzsäure.Die Lösung des Salzes giebt mit Platinchlorid ein in goldgelben Nadelnkrystallisirendes Doppelsalz, das mit Alkohol abgewaschen werden muss,da es in Wasser leicht löslich ist.

Das schwefelsaure Salz, C 14 H 10 N 2 , 2 HO . 2 S0 3 , bildet langewohl ausgebildete Prismen, die an der Luft sich röthlich färben. A. S-

Toluylsäure, Toluolsäure. Eine aromatische Säure derBenzoesäure homolog, durch Behandlung des Cymols mit Salpetersäure

primäreEs wurde zuerst als

J ) Annal. de chim. et de phys. [3.] T. LH. p. 189; Annol. d. Chcm. u. Pharm.Bd. CVIH, S. 315. — 2 ) Compt. rend. T. LUX. p. 889 (1861).

Handwörterbuch der Chemie. Bd. VIII. ,)0