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8 (1861) [Soda - Tzinacancuittaquahuitt]
Entstehung
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914
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914 Toluylsäure.

vonNoad 1 ) erhalten. Formel: C 10 H 8 O 4 oderHO.C le H 7 0 3 — Cll;H7 j° 3 ?0 2 .

Die Toluylsäure ist mit der anisyligen Säure und mit benzoesau-rem Methyloxyd isomer.

Es giebt mehrere in der Zusammensetzung übereinstimmende inden Eigenschaften aber verschiedene Säuren, welche in der Hitze sichin Toluol und Kohlensäure zerlegen. Die aus dem C y m o 1 dargestellteSäure wurde als Toluylsäure bezeichnet, welchen Namen wir beibe-halten; während eine andere aus der Vul pinsäur e und demCyanben-zyl entstehende Säure als Alphatoluylsäu re (s.u.S.917) beschriebenwurde. Endlich soll eine dritte der Salylsäure C 14 Il 6 0 4 homologemit der Toluylsäure isomere Säure durch Behandlung von Toluamin-säure in alkoholischer Lösung mit salpetriger Säure erhalten werden,welche übrigens bis jetzt noch nicht genauer beschrieben ist (Griess).

Zur Darstellung der Toluylsäure verdünnt man käufliche Salpeter-säure mit dein sechsfachen Volumen Wasser und setzt in einer Retorteauf !/ 3 Kilogrm. der verdünnten Säure 125 Grm. Cymol zu. BeimErhitzen findet nur schwache Einwirkung statt und nach 2-bis StägigemKochen, wobei man öfters cohobirt, gehen mit den Wasserdämpfenkeine Oeltropfen mehr über. Beim Erkalten füllt sich die Retorte mitweissen Krystallen, welche man sammelt, mit Wasser abwäscht undin kochender Kalkmilch auflöst. Nach dem Erkalten filtrirt man dieLösung des Kalksalzes ab und fällt die Säure mit Salzsäure aus. (Istder Niederschlag nicht farblos, so wiederholt man diese Operation.)Man hat die Toluylsäure jetzt noch von beigemengter Nitrotoluylsäurezu befreien, wozu sie in Barytwasser gelöst und zur Trockne verdampftwird. Beim Ausziehen mit kaltem Wasser bleibt der nitrotoluylsäureBaryt ungelöst zurück; die Lösung wird mit Salzsäure übersättigt unddie gefällte Toluylsäure umkrystnllisirt.

Je stärker die angewandte Salpetersäure war, um so mehr Nitro-toluylsäure ist beigemecgt, aber selbst bei sehr verdünnter Säure bildetsich immer ein wenig Nitrosäure.

Die Entstehung der Toluylsäure aus Cymol erklärt sich nach fol-gender Gleichung :

(VHu + 16 0 = Ci^B^O, -f CJ^Os -f 4H0.

Cymol Toluylsäure Oxalsäure.

Aus der wässrigen Lösung der toluylsauren Salze fällt auf Zusatzvon Salzsäure die Toluylsäure als schwere weisse käsige Masse nieder,die unter dem Mikroskop krystallinisch erscheint. Aus kochendemWasser, worin sie reichlich löslich ist, krystallisirt sie in Nadeln. BeimErhitzenschmilztsie erst über 100°C. (nach Cannizaro bei77°bis 79°C?)und sublimirt ohne Zersetzung in schönen Nadeln. Sie siedet bei 264°C.Sie ist geruchlos und geschmacklos (unreine Säure riecht häufig wider-lich, entfernt an Bittermandelöl erinnernd). In Holzgeist, Alkohol undAether ist sie fast in jedem Verhältniss löslich.

!) Literatur: Cahours, Ännal. d. Cliem. u. Pharm. Bd. CVIII, S. 315. —Cannizaro, Chem.Centralbl. 1862, S.509. — Griess, Annal. d. Chem. u. Pharm.Bd. CXVII, S. 61.— Kraut, Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. XCVIII, S. 360; Chem.Centralbl. 1859, S. 84. — Noad, Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LXIII, S. 288;Pharm. Centralbl. 1848, S. 178. — Temple, Annal. d. Chem. u. Pharm, ßd. CXV,S. 277.