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3 (1848) [F - H]
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855
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Herschelit. — Hesperidin. 855

— Von pistazien-, smaragd- und grasgrüner Farbe, glas- bis perlmutter-glänzend, durchscheinend. Etwas weniger bart als Feldspath. Spec.Gew. —4,3. Spaltbar nach den Flächen eines Rhomboeders. Th- S.

Herschelit. Dies zuerst von Levy bestimmte und zu EhrenHerschel's benannte Fossil ist neuerlich von Damour analysirtworden. Zwei sehr nahe mit einander übereinstimmende Analysenführen zur Formel 3 RO . 2 SiQ 3 + 3 (A1 2 0 3 .2 Si0 3 ) + 15 HO. Dies ist,nach Connel's Analyse, die Formel des Kalk-Harmotom (s. Harmo-tom) von Giants Causevay in Irland. Durch die Beschaffenheitvon RO sind jedoch beide Mineralien verschieden. "Während nämlichbeim Irländischen Kalk-Harmotom ( Phillipsit) RO = 4,85 Kalkerde,5,55 Kali und 3,70 Natron, ist RO beim Herschelit — 8,33 — 9,35Natron, 4,39 —4,17 Kali und 0,38 — 0,25 Kalkerde. — Weifs oderbläulich weifs; durchscheinend bis undurchsichtig; schwach perlmutter-glänzend. Härte zwischen Flussspath und Apatit. Spec. Gew. = 2,11.Krystallysirt in hexagonalen Säulen mit basischer Spaltbarkeit. — Ineinem vulkanischen Gesteine, begleitet von Kalk-Harmotom, zu AciReale auf Sicilien. Th. S.

Hesperide n s. C am ph er. Bd. 11. S. 44 ff.

Hesperidin ist ein in den Früchten der Gattung Citrus enthal-tener, krystalli sirbarer Stoff, der von Lehre ton 1 ) entdeckt wurde. Ameinfachsten stellt man Hesperidin aus unreifen, bitteren Pomeranzen auf dieWeise dar, dass man die grüne Haut und den inneren Theil entfernt undden weifsen, schwammigen Theil der Frucht mit 25—30° warmem Was-ser behandelt. Man concentrirt die Flüssigkeit stark, sättigt die Säurehierauf mit Kalkwasser und dampft zur Syrupconsisteuz ein. Den Rück-stand behandelt man mit Alkohol von 40°, filtrirt und destillirt den Al-kohol ab, wobei ein bitterer körniger Rückstand bleibt, welchen man ineiner Flasche mit seinem 20fachen Gewicht destillirten Essigs schüttelt,worauf beim ruhigen Stehen das Hesperidin sich in warzenförmigen Mas-sen abscheidet, die man mit Wasser auswäscht und aus kochendem Alko-hol umkrystallisirt.

Man erhält das Hesperidin hierdurch in weifsen, seideglänzendenBlättchen, die geruchlos aber von bittcrem Geschmack sind. Kalter Al-kohol löst nur wenig, kochender eine bedeutende Menge auf. In Aetherist es unlöslich. Es löst sich in 60 Th. kaltem Wasser und scheidet sichbeim Erkalten gröfstentheils wieder ab. Durch fortgesetztes Kochen mitWasser wird es zersetzt, löst sieb beim Sieden nicht mehr auf, sondernschwimmt als wachsartige Masse auf dem Wasser. Die Lösungen desHesperidins zeigen keine Reaction mit Pflanzenfarben. In kaustischenAlkalien löst es sich leicht auf. Von concentrirter Schwefelsäure wirdes mit orange-gelber Farbe gelöst, die später in roth übergeht; auf Zu-satz von Wasser wird die Flüssigkeit wieder blassgelb. Durch Salpe-tersäure wird es in der Kälte orangengclb gefärbt, beim Erwärmen da-mit löst es sich mit blassgelber Farbe und liefert neben Oxalsäure eine, bittere gelbe Substanz. Von sehr concentrirter Essigsäure wird es inder Wärme gelöst und auf Zusatz von Wasser nicht niedergeschlagen;beim freiwilligen Verdunsten bleibt Hesperidin in warzenförmigen Kry-

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J ) .Tourn. de Pharm. XIV. 377.