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3 (1848) [F - H]
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854 Hepatit. — Herrerit.

Hepar antimonii, Antimonleber, Spiefsglanzleber. S. d. Art. Anti-monsulphur, Verhalten zu Schwefelmetallen. Bd. I. S. 44G.

Unter dem Namen Hepar antimonii kommt ein Präparat vor,-wel-ches durch Verpuffen von gleichen Theilen Salpeter und Schwefelanti-mon entsteht. Es bildet eine geschmolzene, dunkel leberbraune Masse.

Bei dieser Verpuffung reicht der Sauerstoff des Salpeters nicht hin,um das Schwefelantimon ganz zu oxydiren, vielmehr wird nur derSchwefel desselben theilweile in Schwefelsäure verwandelt, die sich dannmit einem entsprechenden Theile Kali, welches aus dem Salpeter durchZerstörung der Salpetersäure frei geworden, zu schwefelsaurem Kali ver-bindet. Anderutheils oxydirt sieh durch die Salpetersäure ein TheilAntimon zu Antimonoxyd; eine höhere Oxydationsstufe kann sich nichtbilden, weil das überschüssige Schwefelantimon dieselbe gleich wiederreduciren würde. Es wird dadurch Kali frei, welches mit unzersetztemSchwefelantimon in Wechselwirkung tritt, indem es seinen Sauerstoffgegen Schwefel austauscht, Antimonoxyd und Schwefelkalium bildet.Letzteres verbindet sich dann mit Schwefelantimon. Demnach hatdas Antimonoxyd in der Masse einen doppelten Ursprung, indem esnämlich theils durch den Sauerstoff der Salpetersäure, theils durchden des Kalis entsteht. Es hat grofse Verwandtschaft zum Schwefel-antimon und verbindet sich daher theilweise mit demselben, anderu-theils aber auch mit Kali. Wird die geschmolzene Masse nun mitWasser behandelt, so lösen sich darin schwefelsaures Kali und eine Ver-bindung von Schwefelkalium mit Schwefelantimon auf, im Rückstandebleibt eine Verbindung von Antimonoxyd mit Kali und eine andere vonAntimonoxyd mit Schwefelantimon. Diese letztere ist bekannt unterdem Namen Crocus antimonii. Wp.

Hepatit (von Hepar, Schwefelleber) heifst ein mit bituminösenStoffen gemengter Schwerspalli, welcher beim Reiben oder Schlageneinen hepatischen Geruch entwickelt. Findet sich im Alaunschieferzu Andrarum in Schonen, auf Gängen bei Kongsberg in Norwegenund an einigen anderen Stellen. Th. S.

Herbstfäden s. Fibroin. Seite 119.

Herderit (nach dem Königl. Sächsischen Oberberghauptmannv. Herder benannt) ist ein auf der Ehrensfriedersdorfer Zinnsteinla-gerstätte als grofse Seltenheit angetroffenes Mineral. Nach einer vonPlattner damit vorgenommenen qualitativen Untersuchung besteht esaus wasserfreier phosphorsaurer Thonerde, phosphorsaurem Kalk undFluorcalcium. — Der Herderit besitzt Apatithärte und ist überhaupt inseinem Aeufsern dem Apatit ähnlich. Sein spec. Gew. ist jedoch nichtunbeträchtlich geringer, nämlich = 2,985 (das des Apatit =3,17 —3,25). Krystallform: rhombisch. Th. S.

Herrerit Ueber die wahre chemische Natur dieses zu Albarra-don in Mexico gefundenen Minerals ist bis jetzt nichts Zuverlässigesbekannt. Nach dcl Rio ist es ein Carbonat von Zinkoxyd mit Nickel-oxyd und etwas Kobaltoxyd. Herr er a dagegen giebt an, dass er esaus 31,86 Kohlensäure, 55,58 Tellur und 12,32 Nickeloxyd zusammen-gesetzt gefunden habe, was allerdings wie eine Unmöglichkeit aussieht.