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3 (1848) [F - H]
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853
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Hepar. 853

grün wird und leichl zerfliefst. Dabei riecht sie nach Schwefelwasser-stoff, herrührend von der Einwirkung der atmosphärischen Kohlensäure.Ihr Geschmack ist, ähnlich dem von Schwefelwasserstoffwasser, bitter, zu-gleich alkalisch. Sie giebt mit 2 Th. kaltem Wasser eine schmutziggrüne Auflösung, welche unter stetem Geruch nach Schwefelwasserstoffan der Luft allmälig farblos wird, indem sich sowohl Schwefel als Kaliumoxydiren und unter Abscheidung des im Poljsulphuret enthaltenen über-schüssigen Schwefels unlerschwefligsaures, späterhin auch wohl schweflig-saures und schwefelsaures Kali bilden. In Alkohol löst sich nur das in derSchwefelleber enthaltene Scb wefelmetall,dasunterschwefligsaure oder schwe-felsaure Salz derselben, so wie ein Ueberschuss von kohlensaurem Kali blei-ben ungelöst zurück. Versetzt man eine Auflösung von Kalihepar mit ver-dünnter Säure, so schlägt sich unter Entwicklung von Schwefelwasserstoffsogenannte Schwefelmilch nieder. Ist der Zusatz der Säure vorsichtig inkleinen Portionen geschehen, so erfolgt bei fernerem Zugiefsen von Säurenach dem ersten weifslichen Niederschlage von Schwefel noch ein gelbgefärbter, herrührend aus der Zersetzung der durch die Säure ausdem unterschweiligsauren Salze abgeschiedenen unterschwefligen Säure.

Die Kalischwefelleber wird hauptsächlich zu Bädern gebraucht, mitund ohne Zusatz von Säure. Auch innerlich hat man sie angewendet.

Hepar sulphurr's calcareum, Calcdria sulphurata, Kalkschwefel-leber.

Auch für dieses pharmaceutische Präparat hat man verschiedeneBereitungsarten. Einige Pharmakopoeen lassen ein Gemisch, von 7 Th.Grps und 1 Th. Kohle oder Kienholz in einem bedeckten Tiegel solangeglühen, bis das Pulver weifs erscheint. Dabei wird der schwefelsaureKalk durch die Kohle zu Schwcfelcalcium (Ca S) reducirt und es entweichtKohlensäure und Wasserdampf. Andere schreiben vor, 1 Th. Aetzkalkmit iy 2 Th. Schwefel (oder ein Gemisch von 3 Th. Kreide und 1 Th.Schwefel, oder auch von gleichen Theilen präparirter Austerschalen undSchwefel) genau gemengt in einem bedeckten lutirten Tiegel einige Mi-nuten lang der Rothglühhitzc auszusetzen. Wie bei der Kalischwefelle-ber hat hier die angewandte Temperatur und deren Dauer Einfluss aufdie chemische Constitution des Präparats. In gelinderem und wenigeranhaltendem Feuer bildet sich neben Einfach - Schwefelkalium unter-schwefligsaurer Kalk, bei stärkerem und länger fortgesetztem Glühenaber auch schwefelsaurer Kalk. Gewöhnlich findet sich beides.

Die nach einer dieser Vorschriften bereitete Kalkschwefelleber istein graues, grauweifses, zuweilen röthliches oder brä'uidiches Pulver,welches mit Wasser befeuchtet nach Schwefelwasserstoff riecht, alkalischund schwefelig schmeckt. Von Wasser bedarf sie 500 Th. zur Auflösung. Letztere ist farblos und kann durch Abdampfen im Vacuo zurKristallisation gebracht werden. Mit Säuren entwickelt sie Schwefel-wasserstoff ohne Abscheidung von Schwefel.

Zur Darstellung von Schwefelmilch pflegt man sich eine Kalkschwe-feUeberlösung zu bereiten, dadurch dass man Kalkmilch mit Schwefelkocht. Die Flüssigkeit färbt sich dunkelgelb und enthält neben unter-schwefligsaurem Kalk Fünffach -Schwefelcalcium, welches letztere aufZusatz von Säuren unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff reichlichSchwefel fallen lässt. Diese Verbindung, gehörig concentrir!. setzt inverschlossenen Gefäfsen nach längerer Zeit hjacinthrothe Krystalle ab.

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