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3 (1848) [F - H]
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710
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710 Grünspan.

abfiltrirten Flüssigkeit erliält man die Saure als eine gelbe, spröde, luft-beständige, sauer reagirende Masse. Uebersättigt mau dieselbe mit einemAlkali, so wird sie durch Oxydation an der Luft allmälig grün undSäuren fällen alsdann ein rollibraunrs Pulver, die Grünsäure, welche siclimit grüner Farbe in Alkalien andöst. Diese giebt auch mit andern Basengrüne Salze und soll auf dieselbe Menge Radikal ein Atom Sauerstoff mehrenthalten, als die grünige Säure. Wp.

Grünspan, derugo, I erdeL, Verdigris. Diesen Namen füh-ren im Handel drei verschiedene Körper, welche sämmtlich als Haupt-bestandtheile Kupferoxjd und Essigsäure enthalten, aber in der quan-titativen Zusammensetzung von einander abweichen. Der eine dieserKörper ist das wasserhaltige und krystallisirte neutrale essigsaure Kupfer-oxjd (Ac. CuO -}- aq., s. Bd. II. p. 1037), im Handel neutraler oderdestillirter J ) Grünspan, oert distülS, vert en grappes, genannt.Die beiden anderen, basischer Grünspan, im engeren Sinnschlechthin Grünspan, vert-de-gris, genannt, bestehen aus wasser-haltigem basisch essigsaurem Kupferoxyd, sind aber in Eigenschaftenund Zusammensetzung wieder von einander verschieden. Der eine der-selben hat nämlich eine hellblaue Farbe, und enthält als Hauptbestand-theil halb-essigsaures Kupferoxyd (Ac.2CuO -j- 6 aq.); der andere istbläulich grün, und besteht hauptsächlich aus zwei drittel-cssigsauremKupferoxyd (2 Sc. 3 CuO -j- 6 aq., vergl. Bd. II. p. 1038). Im gemeinenLeben wird aufserdem der Kupferrost oder das wasserhaltige haib-koh-lensaure Kupferoxjd (CO, . 2 CuO -J-aq.), welches sich aus Kupfer beiEinwirkung- von Luft und Feuchtigkeit bildet, häufig mit dem NamenGrünspan bezeichnet.

Der neutrale Grünspan wird fabrikmä'fsig dargestellt, haupt-sächlich in Frankreich in der Umgegend von Montpellier. Man berei-tet ihn entweder durch Auflösung des basischen Salzes in Essigsäureoder durch Zersetzung von schwefelsaurem Kupferoxyd mit Bleizucker.Nach ersterem Verfahren , welches in Frankreich am häufigsten in An-wendung ist, wird 1 Tbl. trockener oder 2 Thle. frisch bereiteter nochfeuchter basischer Grünspan mit 4 Thln. guten destillirten Essigs odereiner entsprechenden Quantität aus Holzessig dargestellter Essigsäurein einem kupfernen Kessel unter häufigem Umrühren erwärmt, ohnejedoch die Temperatur bis zur Siedhitze zu steigern. Sobald sich nichtsmehr auflöst, lässt man die Flüssigkeit sich klären, zieht sie dann ineinen anderen Kessel ah, und verdampft sie bis zum Erscheinen einerSalzhaut, worauf sie in irdene Kryslallisirgefäfse geschöpft wird, dieman in einem erwärmten Local stehen lässt, ^lnd in denen das Salz sichin grofsen grünen rindenförmig vereinigten Krjstallen an die hineinge-stellten flolzstäbe ansetzt. Ein geringer Ueberschuss von Säure soll dieKrjstallisation begünstigen. Die Mutterlauge wird einem folgendenSud hinzugefügt. Der im Kessel gebliebene Rückstand besieht, wennihm durch Essigsäure alle löslichen Theile entzogen sind, theils aus Trc-bern und anderen Ueberreslcn der Trauben, theils aus Kupfer oderKupferoxjdul, von einem Gehalte des Grünspans an essigsaurem Kupfer-

J ) Biese sonderbare Benennung stammt nach Dumas von den Holländern her,welche das "Verfahren, dieses Salz zu fabriciren, früher allein kannten, und das-selbe durch Einführung dieses irre leitenden Namens geheim zu halten suchten.