Grünspan.
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oxydul herrührend, welches Salz bei Behandlung mit Wasser oder ver-dünnter Essigsäure in Kupfer und essigsaures Kupferoxyd oder nachBerzelius in Kupieroxydul und Essigsäure sich zersetzt. Er wird indünnen Schichten und unter häufigem Umrühren und Befeuchten einigeZeit der Luft ausgesetzt, wodurch er sich wieder in eine grünspanar-tige Masse verwandelt, welche dann zum Auflösen in Essigsäure mitverwandt wird. — Nach der zweiten Darstellungs-Methode werdenKupfervitriol und Bleizucker, jeder für sich und im Verhältniss ihrerMischungsgewichte, in Wasser gelöst, und die Flüssigkeiten zusammengemischt. Nach dem Absetzen des entstandenen schwefelsauren Blei-oxyds wird die Lösung des essigsauren Kupferoxyds decantirt und dannzur Kristallisation befördert, indem man gegen das Ende der Abdam-pfung etwas destillirten Essig zusetzt. Statt Blcizucker kann auch es-sigsaurer Kalk zur Zersetzung des Kupfervitriols angewandt werden,dann bleibt aber mit dem essigsauren Kupferoxyd zugleich etwas Gypsgelöst, welcher heim Abdampfen sich zum Theil ausscheidet, und denman dann erst sich absetzen lässt, bevor man die Flüssigkeit in dieKrystallisirgefäfse schöpft. Ein Ueberschuss von essigsaurem Kalk istbei der Fällung zu vermeiden, weil dieses Salz mit dem essigsaurenKupferoxyd das Bd. II. p. 1038 angeführte Doppelsalz bilden würde,welches in England statt Grünspan im Handel vorgekommen seyn soll,jedoch schon durch seine blaue Farbe von demselben sich unterscheidet.Der gemeine oder basische Grünspan wird ebenfalls vorzüg-lich in Frankreich, jedoch auch in England, Deutschland und anderenLändern fabricirt. Das dabei befolgte Verfahren besteht immer wesent-lich darin, dass man metallisches Kupfer gleichzeitig mit Essigsäure undLuft in Berührung bringt, wobei es sich mit dem Sauerstoff der letz-teren verbindet, und erst in neutrales, dann in basisch essigsauresKupferoxyd übergeht. Im Einzelnen ist die Ausführung verschieden,je nachdem Essig oder sauer gewordene Weintreber dabei benutzt wer-den. Die Anwendung der letzteren bildet das ältere Verfahren, wel-ches auch jetzt noch in der Umgegend von Montpellier, wo die Wein-bauern die Grünspanbereitung treiben, allgemein üblich ist, und mangewinnt dadurch den blauen Grünspan (welcher daher auch franzö-sischer Grünspan heifst), während der grüne (eng lis eher oderdeutscher Grünspan) mit Essig erzeugt wird. Die Trauben, derenTreber dazu benutzt werden sollen, werden weniger stark gepresst, sodass sie mehr Most zurückhalten, und die Treber an einem kühlen Ortund in verschlossene Fässer eingestampft, bis nach der Weinlese aufbe-wahrt. Dann bringt man sie in stehende Fässer oder irdene Töpfe,und breitet sie darin locker aus, so dass die Luft ins Innere der MasseZutritt hat; die Gefäfse werden mit Strohmatten bedeckt und stehen ge-lassen. Dabei geräth der in den Trebern zurückgebliebene Zucker inGährung und zersetzt sich in Kohlensäure und Alkohol, weicher letzterein dem Maafse, wie er sich bildet, durch den Sauerstoff der Luft inEssigsäure übergeführt wird, eine Umwandlung, die man durch öfteresUmwenden der Masse zu befördern sucht. Bei normalem Gange derOperation ist in 3 bis 4 Tagen eine genügende Säurebildung eingetre-ten, wobei die Temperatur der Masse auf 35 bis 40° steigt. Nimmtdie Gährung und Säurebildung einen langsameren Verlauf, so suchtman sie durch Heizung des Locals zu befördern; ein rascheres Fort-schreiten derselben sucht man andererseits zu verhindern, weil dabei
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