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6 (1854) [P - R]
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Potasche.

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man sie sofort vom Herde und lässt sie nur so weit erkalten, um sieohne Gefahr der Entzündung in Fässer verpacken zu können. Bleibtauf dem Herde eine Kruste, so erhitzt man diese bis zum Erweichen,worauf auch diese mittelst Kratzeisen abgezogen wird. Steigert mannach dem Entwässern die Temperatur zu schnell, so beginnen die Stückeoberflächlich zu schmelzen, während im Inneren noch unverbrannteKohle ist, wodurch die Potasche dann grau bis selbst schwarz erscheint,was namentlich leicht bei Anwesenheit von viel Chlorsalzen eintritt.Beim Calciniren verliert die rohe Potasche gegen 20 Proc. ihres Ge-wichts.

Die so erhaltene calcinirte Potasche ist in seltenen Fällen rein weiss,sondern meist grau, roth oder blaugrün. Erstere Färbung rührt von Koh-lentheilchen her, die zweite wird durch Eisenoxyd gebildet und die letz-tere ist durch mangansaures Kali bedingt. Sie löst sich nie ganz voll-ständig in Wasser auf, sondern lässt stets einen grösseren oder geringerenRückstand, welcher vornehmlich aus kieselsaurem Kali besteht, dessenBildung und Schwerlöjlichkeit in der Einwirkung des Alkalis auf dieHerdsohle und im Calciniren selbst zu suchen ist. Die klare Lösungenthält zuweilen ausser den wesentlichen Bestandtheilen: kohlensauresKali, kohlensaures Natron, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kieselsau-res Kali, noch phosphorsaures Kali, Schwefelkalium, mangansaures Kaliund Aetzkali. Die Potaschensorten, welche aus Asche von Strandpflan-zen erzeugt sind, gehören mehr zu den natürlichen Sodaarten; dieseenthalten stets Jodverbindungen (vergl. Art. Soda).

Um das schwefelsaure Kali, welches in dem Salzgemenge, wie esdie Potasche darstellt, nicht den Werth hat als im reinen Zustande, na-mentlich für die Glashütten und für die Alaunwerke bei der Potaschen-bereitung selbständig abzuscheiden, lässt man jetzt in mehreren Sie-dereien die heiss gewonnene und bis zu einem gewissen Grad concen-trirte Lauge ganz erkalten, wodurch das schwerlösliche, schwefelsaureKali zum grössten Theil und fast ganz rein .herauskrystallisirt. Dieaus der Lauge gewonnene Potasche ist dann natürlich verhältnissmässigreicher an kohlensaurem Kali.

In Russland, wo die Potaschenerzeugung ganz allgemein ist undjeder Bauer mit einem bestimmten Quantum Asche an den Gutsherrn lie-ferungspflichtig ist, erzeugt man gegenwärtig besonders zwei Arten; diebessere kommt aus dem Norden jenseits der Wolga und wird aus Holz-asche bereitet, die geringere kommt aus dem Süden und rührt vonSteppenpflanzen her.

Am meisten unterscheidet sich von der gewöhnlichen deutschendie sogenannte amerikanische rothe Potasche, auch wohl Stein-asche genannt. Diese enthält ausser einer namhaften Menge Eisen-oxyd ziemlich viel kaustisches Kali, welches durch Behandlung derLauge mit gebranntem Kalk absichtlich erzeugt wird, um die einge-dampfte Potasche förmlich schmelzen zu können. Sie kommt daherauch in halbkugelförmigen Massen in den Handel.

Eine sehr vorzügliche Potasche stellt man in den Weinländern so-wohl aus den Weintrestern als auch aus der Weinhefe dar. Ersterewerden getrocknet und dann in Haufen unter Schutz gegen Wind ver-brannt und dann wie gewöhnlich Gearbeitet.

Um aus der Weinhefe Potasche zu gewinnen, wird die zähe, dickeHefe nach dem vollständigen Absetzen in starke leinene Säcke gefüllt,