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Potasche.
In unseren Gegenden beschränken sich die Potaschensieder darauf,ans den Orten, in welchen das Holz noch das allgemeinere Brennmate-rial ist, die Holzasche aufzukaufen. Da diese jedoch nach der Gegendund je nach Art des Holzes sehr verschieden reich an kohlensauremKali, auch leicht mit anderen Stoffen, namentlich mit ausgelaugterAsche oder mit Torf- und Braunkohlenasche verfälscht seyn kann, soist hierbei Umsicht und Prüfung der Asche nothwendig.
Am genauesten führt man diese Probe durch Auslaugen einer ge-wogenen Menge der trockenen Asche und Prüfen der erhaltenen Laugemittelst des Alkalimeters aus. In den meisten Fällen ist es aber fürdie Technik schon genügend, die von einem bestimmten Gewicht Aschemit einem abgemessenen Volum heissen Wassers erhaltene Lauge mit-telst eines Aräometers auf ihre Concentration zu prüfen. Zwei Ver-suche, nach diesen Methoden ausgeführt, ergaben bei Buchenholzasche,einer gewöhnlichen Herdfeuerung entnommen, nach dem Alkalimetereinen Gehalt von 12 Proc. Kali, welche 17,6 Proc. kohlensaurem Kalientsprechen. 1000 Grm. derselben Asche mit 4000 Grm. kochendemWasser ausgelaugt, lieferten eine Lauge, die nach dem Erkalten 5,5°Bauine zeigte.
Die Darstellung der Potasche zerfällt in drei ganz getrennte Ope-rationen, in das Auslaugen, das Eindampfen und in das Calciniren.
Das Auslaugen der auf irgend einem der angegebenen Wegegesammelten Holzasche ist im Ganzen eine einfache Arbeit, der diesel-ben Principien, wie einer jeden anderen möglichst vollkommenen undschnellen, Wasser und Brennmaterial sparenden Auslaugung zu Grundeliegen, so dass man gewiss mit Vortheil das System der Sodalaugereiauch für die Potasche in Anwendung bringen würde. Unsere deut-schen Potaschensieder wenden noch ganz allgemein grosse Bottiche,sogenannte Aescher von etwa 3 Fuss Höhe und gleicher bis 4J/ 2 Fussbetragenden Weite von der aus nebenstehender Fig. 20 ersichtlichenConstruction an. Dieselben haben ' einige Zollüber den Boden einen zweiten, sogenannten ver-lorenen Boden, welcher entweder aus Korbge-flecht oder aus durchlöcherten Brettern besteht,und der auf kurzen Stützen oder am einfachsten aufeinem vorher eingelegten hölzernen Kreuz ruht.Bei a wird ein hölzerner Hahn eingeschlagen,der zum Abzapfen der Lauge dient. Ausserdemhat jeder Aescher noch eine Röhre, welche dieCommunication der äusseren Luft mit dem Zwi-schenraum über den Boden vermittelt, was zum Entweichen der hierbefindlichen Luft bei dem allmäligen Anfüllen mit Lauge erforder-lich ist.
Die durch Sieben von Kohlen und Bränden befreite Asche wirdgleichmässig mit Wasser befeuchtet, hierauf in den Aescher getra-gen und dicht emgestossen. Obenauf legt man am besten eine dünneLage Stroh, welche eine gleichmässige Vertheilung des Wassers be-wirkt. Um eine möglichst concentrirte Lauge zu erhalten, stehen dieAescher zweckmässig (wie in Blansko in Mähren) in zwei oder dreiLeihen terrassenförmig über einander, so dass die Spundöffnung deroberen Reihe in gleichem Niveau mit dem oberen Rand der zwei-ten Reihe zu stehen kommt. Die obere Reihe nimmt die schon durch
Fig. 20.