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6 (1854) [P - R]
Entstehung
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138
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Pepsin.

umwandelnden Einfluss, auf eiweissartige Körper und aus denselbenhervorgegangene Substanzen und Gewebe ausübt. Auf dieser Eigen-schaft beruht nach allen bisherigen Untersuchungen im Wesentlichendie im Magen vor sich gehende Verdauung der sogenannten proteinhal-tigen Nahrungsmittel.

Trotz vielfacher Bemühungen gelang es bisher nicht, ein unzwei-felhaft völlig reines Pepsin darzustellen; im Gegcntheil haben jeneVersuche dazu geführt, dass verschiedene Bearbeiter des Stoffes, durchModifikationen der Darstellungämethode, Substanzen als Pepsin isolir-ten, deren wechselndes Verhalten gegen Reagenticn auf bestimmte Bei-mengungen schliessen lässt.

Nachdem Eberle J) durch Versuche über künstliche Verdauung,das Vorhandenseyn eines eigentümlichen Verdauungsprincips im Ma-gensaft wahrscheinlich gemacht, gelang es Schwann 2 ) aus dem wäs-serigen Auszuge der Drüsenhaut des Magens einen durch Quecksilber-chlorid fällbaren Stoff zu gewinnen , dessen angesäuerte, wässerige Lö-sung kräftig verdauend auf geronnene Proteinsubstanzen wirkte, undnannte denselben Pepsin.

Ausgedehntere Untersuchungen über Ursprung, Beschaffenheit undWirksamkeit des Magenferments stellte Wasmann 3 ) an. Die Berei-tungsmethode ist folgende: Labdrüsenhaut vom Schweinsmagen wirddurch mehrstündige Digestion mit Wasser bei 30 — 35°C, und Ab-waschen mit kaltem destillirten Wasser gereinigt; darauf wiederholtmit kaltem destillirten Wasser digerirt, bis Fäulniss eintritt. Die ge-mischten Filtrate geben eine schleimige, durchsichtige, neutral reagi-rende Flüssigkeit, welche mit essigsaurem Bleioxyd oder Sublimat aus-gefällt wird. Beim Zersetzen des in Wasser suspendirten Niederschlagsgeht die an das Metalloxyd gebundene organische Substanz in Lösung,aus welcher, nachdem sie im Wasserbade stark eingeengt ist, AlkoholPepsin als flockigen Niederschlag fällt. Diese Masse ist lufttrockenein gelbliches, gummiähnliches, wenig hygroskopisches Pulver; ihrewässerige Lösung reagirt sauer, von etwas zurückgehaltener Säure deszur Fällung benutzten Metallsalzes. In Alkohol ist sie völlig unlös-lich , da die vom Pepsinniederschlag abfiltrirte alkoholische Lösungkeine digestiv wirkenden Stoffe mehr enthielt. Nach Wasmann löstVßoooo dieses Pepsins in schwach salzsaurer Flüssigkeit geronnenesEiweiss in 6 — 8 Stunden; ebenfalls leichtlösend wirkt es auf leimge-bendes Gewebe und Knorpel. Eine leichte Trübung neutralisirter,wässeriger Pepsinlösung durch Mineralsäuren und Wiederverschwindenderselben im Ueberschuss der Säure, giebt schon Wasmann an; Pap-penheim 4 ), der nach etwas abweichender Methode ein ohne Zweifelalbuminhaltiges Pepsin darstellte, führt als Eigenschaften desselbennoch Fällbarkeit durch Eisen- und Kupfervitriol und einige andere Rea-gentien an, in deren Ueberschuss sich der entstandene Niederschlagebenfalls wieder lösen soll. Vogel 8 ) stellte mit nach Wasmann'sMethode, mit essigsaurem Bleioxyd erhaltenem Pepsin, welches er durch

1 ) Physiologie der Verdauung. Würzburg, 1834.

2 ) Annal. der Phys. Bd. XXXVHt, S. 358.

3 ) De digestione nonnulla, Berol. 1839.") Die Verdauung. Breslau, 1839.

5 ) Journ. f. prakt. Chem. Bd. XXVIII, S. 30.