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6 (1854) [P - R]
Entstehung
Seite
136
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Pennin.

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leitet wird, bis die Lösung sauer reagirt. Die Verbindung scheidetsich als weisser, flockiger Niederschlag ab, den man rasch abfiltrirtund ununterbrochen mit reinem Aether auswäscht, bis er ein etwasfeuchtes Lackmuspapier nicht mehr röthet. Er wird sofort unter einerGlasglocke über concentrirter Schwefelsäure getrocknet. Alsdann stelltdas Salz ein weisses Pulver dar, welches in Wasser und Weingeistleicht löslich ist und aus beiden Lösungen firnissartig zurückbleibt. Esist sehr hygroskopisch und nimmt durch Anziehen von Wasser, ohnefeucht zu werden, ein geschmolzenes, bernsteinartiges Ansehen an.

Pelosin-Platinchlorid, C 36 H 21 N0 6 ,B€l -f PtGl ä , wirddurch Fällen einer alkoholischen Lösung des reinen chlorwasserstoff-sauren Pelosins mit Platinchlorid erhalten und ist ein blassgelbes, völ-lig amorphes, sehr elektrisches Pulver. Bei stärkerem Erhitzen schmilztes unter Verbreitung eines sehr unangenehmen Geruchs nach Leucolinund Carbolsäure.

Chromsaures Pelosin, C 36 ft 21 N0 6 , H O . Cr0 3 -f HO, entstehtdurch Fällung von salzsaurem Pelosin mit saurem chromsauren Kalials flockiger, lebhaft gelber Niederschlag, der beim Auswaschen undTrocknen, selbst unter der Luftpumpe, dunkler wird. Beim Erhitzenauf 80° C. wird das Salz dunkelbraun, etwas über 100° C. zersetzt essich unter Entwickelung von Leucolin und Carbolsäure und Hinterlas-sung von Kohle, mit Chromoxyd gemengt. Wp.

Penilin, ein nach seinem Vorkommen in den Penninischen Al-penbenanntes, zum Chlorit-Geschlechte gehöriges Mineral, für welchessich aus Schweizer's Analyse (33,07 Kieselerde, 9,69 Thonerde,11,36 Eisenoxydul, 32,34 Talkerde und 12,58 Wasser) das stöchiome-trische Formel-Schema

4 [3 (RO) . Si0 3 ] + (RO) . Al 2 O sergiebt; eine Zusammensetzung also, die sich durch 4 Atome Ser-pentin und 1 Atom eines neutralen Hydro-Talk-Aluminatesausdrücken lässt, und welche dieses Mineral als ein Glied der Chlorit-Reihe darstellt, deren Species durch das allgemeine Formel-Schema

[m 3 (RO) . Si0 3 ] -f n [(RO) . A1 2 0 3 ]ausgedrückt werden können. Man sehe hierüber den Artikel Isomor-phismus, polymerer, Bd. IV, S. 187 und 188. — Der Pennin hateine rhomboedrische Krystallform (Rhomboederkante = 63° 15', Des-cloiseaux), gehört also dem hexagonalen Krystallsysteme an, und solltehiernach optisch einaxig seyn. Die Untersuchung hat aber ergeben,dass derselbe zwei optische Axen besitzt J ). Jede Spaltungs-Lamelledesselben (parallel der geraden Abstumpfung des Rhombocders, d. h.parallel der hexagonalen basischen Fläche) giebt sich vollkommen alsein optisch zweiaxiger Körper zu erkennen; mithin entspricht die An-ordnung der Molecüle in einer solchen Lamelle der äusseren Form desKrystalles durchaus nicht. Wir werden daher auf die Vorstellunggeleitet: ein Penninkrystall bestehe aus einer grossen Anzahl blätteri-ger Individuen von einer anderen morphologischen Beschaffenheit alsdie, welche der äusseren Gestalt des Gesammt-Krystalls zukommt. Da-durch ist der Begriff einer Paramorphose (s. d.) gegeben, und zwar

J ) Der Paramorphismus und seineGeologie, von Th. Scheerer, S. 58 —

Bedeutung in der Chemie, Mineralogie und60. — Dieses Wörterbuch Bd. VI, S. 84.