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6 (1854) [P - R]
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Pelosin.

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1838 von Wiggers J ) in der Wurzel einer amerikanischen Menispermee,Cissampelos Pareira Lam., entdeckt. Bö deck er fand die Zusammense-tzung desPelosins C 36 H 21 NO c oder $H 3 (C 88 H 18 0 6 ), das Atomgewicht= 3741,46 2).

Man erhält das Pelosin, nach Wiggers, folgender Maassen: diezerkleinerte Grieswurzel wird wiederholt mit Wasser ausgekocht, dasmit etwas Schwefelsäure angesäuert ist. Die vereinigten, braunen De-cocte fällt man nach dem Erkalten mit kohlensaurem Natron. Derbraungelbe Niederschlag wird ausgewaschen, wieder in Schwefelsäuregelöst, die Lösung mit Thierkohle behandelt und wiederum mit kohlen-saurem Natron niederschlagen. Das Präcipitat ist jetzt blassgelb. Mantrocknet und zerreibt dasselbe, und behandelt es darnach wiederholt mitAether, der weder Alkohol noch Wasser enthält. Die dadurch erhal-tene Lösung wird auf Wasser gegossen und der Aether abdestillirt.Das auf dem Wasser zurückbleibende Pelosin löst man in Essigsäure.Die verdünnte Lösung giebt mit kohlensaurem Natron einen rein weis-sen Niederschlag.

Das Pelosin ist in Wasser unlöslich, leicht löslich in Alkohol,ziemlich leicht in Aether. Die Lösungen reagiren alkalisch und neu-tralisiren Säuren vollkommen.

Das essigsaure Pelosin giebt permanente Niederschläge mit koh-lensaurem Ammoniak, phosphorsaurem Natron, Gerbstoff und Zinn-chlorür. Die mit Aetzkali, Aetzammoniak und kohlensaurem Natronerhaltenen Niederschläge sind im Uebermaass des Fällungsmittels auf-löslich, jedoch nur der erste mit Leichtigkeit. Platinchlorid giebt einengelblichweissen, Goldchlorid einen schmutzig gelben Niederschlag untergleichzeitiger violetter Färbung der überstehenden Flüssigkeit und Aus-scheidung von Gold. Salpetersäure von 1,25 verwandelt das Pelosinin eine zähe, braungelbe, in Wasser unlösliche Masse.

Das Pelosin verwandelt sich unter Aufnahme von 2 At. Wasserleicht in ein Hydrat. Man erhält dasselbe unter anderen, wenn diefarblose Auflösung des Pelosins in Aether auf Wasser gegossen und derAether abdestillirt wird; auch schon durch längere Berührung derAetherlösung mit Wasser, ferner durch Fällung des in Alkohol gelös-ten Pelosins mit Wasser, durch Niederschlagen eines Pelosinsalzes mitAetzkali, Waschen und gelindes Trocknen des Niederschlags. Es istlocker wie Magnesia, in Aether unlöslich, unkrystallisirbar und verliertsein Hydratwasser bei 100° C. vollständig, wobei das Pelosin als einelockere, weisse Masse zurückbleibt, die in wasserfreiem Aether völ-lig löslich ist.

Das reine Pelosin sowohl wie das Hydrat und die Salze desselbensind unter Einfluss von Wärme und feuchter Luft sehr leicht zersetzbarund färben sich mit der Zeit immer dunkler. Alkalien befördern dieZersetzung (s. d. Art. Pellutein). Im vollkommenen trockenen Zu-stande scheint sich das Pelosin gut zu halten.

Bödecker hat einige Salze des Pelosins dargestellt und analysirt:

Chlorwasserstoffsaures Pelosin, C 36 H 2 J^ 0 6 ,ft€l -f- 2ffO,erhält man, wenn in die klare Lösung des bei 120°C. getrocknetenPelosins in reinem Aether so lange trockenes Chlorwasserstoffgas ge-

') Annal. d. Chem- u. Pharm. Bd. XXXIII, S. 81.! ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LXIX, S. 37-

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