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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.

nymus x ) (gest. 420) und andere sie unbedingt verwerfen und sich nament-lich auf das Schäifste gegen die „orbes stibio fuliginatos" aussprechen,„die mit Stimmi angerußten Augenbrauen" 2 ).

Bei den alexandrinischen Alchemisten gehört, wie in früherenAbschnitten dargelegt, das Stimmi zu den wichtigsten,- und seitens allerAutoren von Pseudo - Demokritos bis Hieeothetjs am häufigsten ge-nannten Präparaten. Schon nach dem „Leidener Papyrus" soll ein Farb-stoff fein gerieben werden wie Stimmi 3 ), und im „Papyrus Kenyon" wirdStimmi von Koptos (in Oberägypten) als Augenheilmittel empfohlen 4 ).Stimmi (oz(/j,/j.i, axißi, ozi/j,<, 5 ), ari/j,r] 6 ), ottf/ur] 7 )), und zwar koptisches,italisches, occidentalisches und chalkedonisches, sowie die „Schwärze ausStimmi" (fielavia otlfi/xecog) 8 ), erwähnen Psetjdo-Demokritos und seineNachfolger 9 ); sie betrachten Stimmi, — offenbar wegen des weißen Glanzesseiner Krystalle —, als dem Silber und samt diesem dem Monde zugehörig 10 ),benützen es zum „Machen" von Gold und Silber und gewinnen aus derweiblichen Abart Blei, nämlich „unser Blei" (fiökvßöoQ -fjfiwv) u ), d. i.metallisches Antimon, dessen Sublimierbarkeit sie kennen und es daherauch als ein Quecksilber (vdgdQyvQoi;) ansehen 12 ). Die syrischen Auszügeaus Demokritos und Zosimos gedenken ebenfalls des koptischen unditalischen (occidentalischen?) Stimmis 13 ), das zum Machen oder Färbenvon Gold und Silber „fein wie Kohol" zerrieben werden muß 14 ), das demSchwefelblei ähnlich sieht „wie es die Augenärzte durch Verbrennen vonBlei mit Schwefel darstellen" 16 ), das als „Staubwolke" (= feiner Staub)ein treffliches Augenheilmittel abgibt 16 ), und aus dem [bei der Reduktion]etwas entsteht, was den beiden Quecksilbern [d. i. dem Quecksilber undArsen] aus Zinnober oder Sandarach gleicht 17 ), [nämlich das metallische,gleichfalls sublimierbare Antimon]. An einer Stelle sprechen sie auch vonspanischem Stimmi, das sich angeblich gut zum Blaufärben (?) des Glaseseignen soll 18 ).

Die Araber, denen der Gebrauch des Kohol (eigentlich Kohl)ohnehin schon wohlbekannt war, fanden ihn auch bei den Syrern vor,ferner bei den Persern, die ein eigenes „Fest des Stibi" besaßen, in derenRitual das Mittel aber auch an anderen Feiertagen seine bestimmte Stelleeinnahm 19 ), sowie besonders bei den Ssabiern, die an gewissen Festtagen

1 ) Becker, „Gallus", a. a. O.

2 ) Unter Berufung auf Cyprianus (gest. 258) und Augustinus (gest. 430)erklärt noch Thomas von Aquino die Benützung solcher Schminken für unerlaubt,unzulässig, ja unter Umständen für eine Todsünde (üb. Schneider 7, 977, 978). —Vgl. über stimmi und fuligo Juvenal, ed. Friedlaender (Leipzig 1895) 1, 176.

3 ) Berthelot, „Coli." I, 50; „Arch." 304.

«) Arch. 225; vgl. Reil 146, 149. *>) Coli. II, 151.

6 ) Coli. II, 18, 25; Or. 362. ') Coli. I, 109, 115. ») Coli. II, 397, 410.

9 ) Coli. I, 43—45, 68 und oft; II, 94, 99, 151, 159, 178, 359, 360, 397, 410, 450.

10 ) Coli. II, 18, 25; Or. 362.

11 ) Coli. II, 8, 11, 13, 154, 178, und „Lexikon". 12 ) Coli. II, 307.13 ) Mä. I, 19, 53, 63, 77, 267. «) ML, a. a. O.; I, 214.

lä ) Mä. I, 93; s. atiuf4.(!>5r;g = dem Stimmi ähnlich (Coli. II, 28).16 ) Vgl. die vecpeAi] IcaZix/j jiqö öcp&aX/iüiv, die „italische Wolke für die Augen"(Coli. II, 289). 17 ) Mä. I, 159; 193; 162, 164. 18 ) Mä. I, 95.

19 ) Albirum, „Chronology of ancient nations", üb. Sachau (London 1879) 317.