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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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12. Antimon.

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seine medizinischen Eigenschaften und wissen, daß es beim Erhitzen mitKohle ein Metall ergibt, das sie für Blei halten (plumbum fit; /uokvßdovrai) x ) ;Sorantjs (um 100, zur Zeit Trajans) empfiehlt Stimmi zu gynäkologischenZwecken 2 ), Galenos (131—200 ?) zu ophthalmologischen, laryngologischen,sowie als allgemeines Prophylaktikum 3 ), und in ähnlicher Weise äußernsich alle späteren Ärzte, bis herab zu Marcelltjs Empiricus 4 ) im 5.,Alexander von Tralles 6 ) im 6. und Paulos Aigineta 6 ) im 7. Jahr-hundert. Die Verwendung als Kosmetikum, die in der griechischen Litte-ratur anscheinend bei dem Komöden Antiphanes im 4. Jahrhundert v. Chr.zuerst auftaucht 7 ), dauert aber während dieser ganzen Zeit ebenfalls weiterfort 8 ). Mittels Stibi (azißi) und der von Stimmi und Stibi abgeleitetenVerba aTi/u/ißa) (stimmizo) oder orißiCa) (stibizo) übersetzt schon die„Septuaginta" das Wort Puch sowie die Ausdrücke für das Schminkenmit Schönheitsmitteln dieser Art, deren sich, wie oben erwähnt, die bibli-schen Schriften bedienen 9 ); im „Periplus des Roten Meeres" (um 40 n. Chr.)ist von oTi/iiT] (Stime) und oxf^ii (Stemi) die Rede 10 ); Kriton, der Leibarztder Kaiserin Plotina, der Gemahlin Trajans, verfaßte ein Toiletten-Handbuch „iQiafiäxcüv oKevaaia", dessen allein erhaltene Kapitelüber-schriften ersehen lassen, daß es die Bereitung zahlreicher Salben, Pomadenund Schminken behandelte, u. a. die der oTififtio/nara (Stimmismata) fürdie Augenbrauen 11 ); über die nämlichen Gegenstände berichten im 2. Jahr-hundert auch Pollttx 12 ) und Galenos 13 ), deren ersterer vom ori/xfiigd/i,/uaroygdq}og spricht (dem „Stimmi zum Augenmalen"), während letztererdie oorj/uegai ari/i/uiCö/uevai yvvatxeg erwähnt („die sich täglich schminken-den Weiber"), wobei ori/Lifxi£eiv ganz ebenso „sich mit Stimmi malen"bedeutet, wie nach Hesychios äyxovo(£eo , &ai „sich mit Anchusa malen"(= rotfärben) 14 ). Auch als Name der Sklavin, die ihrer Herrin das Kalli-blepharon anschminkt, ist „Stimmi" überliefert 15 ). Den christlichen Autorengalten alle Künste dieser Art für spezifisch heidnische, ja teuflische 16 ),weshalb Terttjllianus 17 ) (gest. 220), Arnobius 1S ) (gest. 330), Hiero-

x ) Plinixts, lib. 33, cap. 34; Dioskurides, lib. 5, cap. 99; Lippmann, „Abh."1, 26, 57. 2 ) „Gynäkologie", üb. Lüneburg-Huber (München 1894) 88.

8 ) Vgl. Isbaelson, „Materia medica des Galenos" (Dorpat 1894) 169.*) Sudhoff, „Papyrus-Urkunden" 74.

6 ) ed. Poschmann (Wien 1878) 2, 19, 33, 35, 37, 39, 51, 63.

«) üb. Bebendes (Leiden 1914) 212, 216, 782—784, 788, 839; auch wo Be-bendes „Antimon" übersetzt, steht im Original Stimmi.

7 ) Nach Hesychios („Lexikon", 1393) spricht er von axlßr\, Stibi.«) Nies, PW. 1, 2436.

) Puch = ailßt; sie schminkte = £ou.(i(iiaa.TO (Pinneb, a. a. O.).i°) ed. Pabbicius 90, 96. «) Krause, „Plotina" (Leipzig 1858) 218.12 ) Pollux, lib. 5, cap. 101; Lenz, „Botanik der alten Griechen und Bömer"(Gotha 1859) 224; Becker, „Charikles", ed. Göll (Berlin 1877) 1, 263.Beckeb, „Gallus", ed. Göll (Berlin 1882) 3, 166.") Lenz, a. a. O. 535.

») Böttigeb, „Sabina", ed. Fischer (Gladbach 1878) 16; Quelle nicht an-gegeben.

16 ) Vgl. die Angaben im „Buche Henooh" (Kautzsch, „Apokryphen" 2, 240),und analoge, schon weiter oben angeführte.

17 ) „De cultu feminarum", lib. 2, cap. 5.

18 ) „Wider die Heiden", lib. 2, cap. 41.