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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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12. Antimon.

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Ausstattung nimmt unter der Herrschaft der ältesten Könige, der Horus-Verehrer (um 4240), noch zu 1 ), und erst zur Zeit der Thiniten, um 3000,kommt die Benützung solcher Tafeln allmählich ah, ist aher auch währenddes alten Reiches noch nicht gänzlich verschwunden 2 ). Die der Schminkenselbst dauert hingegen fort: nach den Ritualbüchern des alten Reicheslegt der Priester den Götterbildern schwarze und grüne Schminke aufund bedient sich dieser auch zum Malen gewisser Zeichen beim Hersagenvon Zaubersprüchen und Beschwörungen 3 ). Um 2500, sowie unter KönigSenkhera um 2300, kommt die schwarze Augenschminke in Säckchenoder Beuteln aus oder über Pitsew, d. i. Arabien, heißt Stern, Mestemoder Stimmi 4 ), und besteht, soweit die erhaltenen Reste ersehen lassen,aus Bleiglanz (Schwefelblei) 5 ). Das nämliche gilt von dem „guten Stimmi"aus den auf uns gekommenen Toiletten-Kästchen des mittleren Reiches(2160__1785) 6 ), sowie von dem damals im Tempeldienst allgemein ge-bräuchlichen, als dessen Ursprungsort die Puntländer angegeben werden 7 ),also Südarabien und Ostafrika; 1901 erhielt aber König Sesostris II,auch aus Syrien seitens eines Häuptlings ein Geschenk an Schminke 8 ),über deren Beschaffenheit und Herkunft jedoch nichts Näheres bekanntist. Erst seit Anfang des neuen Reiches beginnt man unter Stimmi, welcherName sich weiter erhält 9 ), auch den Grauspießglanz mitzuverstehen 10 ).Unter Thutmosis III. und der Königin Hatschepsut, um 1500, kam dieAugenschmmke Stimmi oder Stibi 11 ) in Beuteln und Krügen aus demPunt 12 ); im „Papyrus Ebers" des nämlichen Zeitalters ist von „echtem"und von „männlichem" Stimmi die Rede, — wonach es also offenbarauch ein „unechtes" (vielleicht Schwefelblei, vielleicht aber auch bloßKohle oder Ruß) und ein „weibliches" (minderwertiges) gab 13 ). DaßRamses III. den Göttern u. a. 50 Pfunde Stimmi zum Geschenke machte 14 ),beweist die fortdauernde Kostbarkeit dieser Ware auch im 13. Jahrhundert.Woher die Ägypter zuerst den Grauspießglanz empfingen, steht nichtsicher fest; die Annahme, daß er über Arabien aus Indien zu ihnen gelangte,besitzt wenig Wahrscheinlichkeit, denn die schwarze Augenschminke derInder, die bei diesen (wie bei allen Orientalen) auch als sicheres Mittelgegen den „bösen Blick" galt 15 ), bestand aus Schwefelblei und hieß „Surma",was auch der indische Name des Bleiglanzes ist 16 ), während „Stimmi"

») ebd. 1, 107. 2 ) Ed. Meyer, „Alt." 1, 137; Erman, „Rel." 131.

3 ) Brugsch, „Äg." 152; Erman, „Rel." 58, 175.

4 ) Brugsch, „Äg." 309, 405; Lieblein, „Handel und Schiffahrt auf dem RotenMoore" (Christiania 1886) 20, 64; 70. 6 ) Gsell, a. a. O.

6 ) Lippmann, „Abh." 2, 10. 7 ) A. Wiedemann, „Altäg. Sagen" 31.

8 ) Ed. Meyer, „Alt." 1, 260. 9 ) Brugsch, „Äg." 405. l0 ) Gsell, a. a. O.

u ) Der Übergang des m in b, wie in Stimmi oder Stibi, steht nicht vereinzeltda, so r,. B. wird der Göttername Chnum später zu Chnub. Schon hieraus erhellt,daß das gräzisierte crclßi (Stibi) nichts mit atißdg, ozißetg oder axlßog zu tun hat,welches Wort, das sich von ozißog (Stibos) = Fußtritt ableitet, einen Walker be-deutet, der das Treten und Auswaschen der Kleider und Kleiderstoffe besorgt (Blümner1, 174; Reil 104, 124; Sudhofe, „Ärztliches aus griechischen Papyrus-Urkunden",Leipzig 1909, 68). ") Hommel 79; Lieblein 29, 31.

") Lippmann, „Abh." 2, 10; vom männlichen und weiblichen Stibium spricht,noch Plinius. 14 ) Brugsch, „Äg." 273. ") Stoll 226; Seliomann 2, 244.

16 ) Rinne, bei Kobert, „Historische Studien" (Halle 1896) 5, 85.