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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
lande) aufgefundene Vase aus dem Anfange des 3. Jahrtausends v. Chr. alsaus reinem Antimonmetall bestehend J ); aus dem Gräberfelde von Kobanbei Tiflis, das der Zeit gegen 1000 angehört, kamen kleine Geräte undSchmucksachen aus gediegenem Antimon zutage 2 ); Gebrauchsgegenständeder ältesten babylonischen Periode, zu der man noch kein oder nur wenigZinn besaß, enthalten nicht selten bis 3% Antimon, stellen also wahreAntimon-Bronzen dar, die vielleicht der Zinnbronze vorausgingen 3 ); ingewissen französischen Depotfunden aus der Bronzezeit sind neben 85%Kupfer und 8,25% Zinn etwa 6,75% Antimon und Blei vorhanden 4 ),in Fundstücken aus den Pfahlbauten des Neuenburger Sees 10 und selbst15% 5 ) usf. Auch in China stellte man bereits zu sehr früher, wenngleichnicht näher angebbarer Zeit metallisches Antimon und Antimon-Blei dar,also ein Hartblei, das dem in Japan noch jetzt zum Gießen von Spiegelnüblichen glich und vielleicht mit dem weiter oben erwähnten Char Siniidentisch war, oder doch unter diesem Sammelnamen mit begriffen wurde 8 );endlich verstanden auch die alten Japaner, und nach Rivebo die altenPeruaner, Antimonmetall abzuscheiden und es mit Silber, Zinn und anderenMetallen zu legieren 7 ).
Eine weit bedeutendere Rolle als das metallische Antimon spieltejedoch das Schwefelantimon oder Grauspießglanzerz, und zwar in Gestaltseines feinsten, glänzend-schwarzen Pulvers, das sich vortrefflich zumSchminken, sowie zum Bemalen oder Verlängern der Augenbrauen eignet.Gebräuche dieser Art, vermutlich Überreste der bei allen Völkern desErdballs weitverbreiteten Sitte der Körperbemalung, lassen sich in denentlegensten Kulturkreisen nachweisen, z. B. in Mexiko 8 ), in Abessinien 9 ),in Indien, wo schon dem Brahma 100 Himmelsjungfrauen „Augensalbe"darbringen 10 ), in Babylonien, dessen älteste Grabstätten aus der Zeit um3000 bereits Schminknäpfe und -topfe aus Alabaster enthalten 11 ), vor allemaber in Arabien und Ägypten. Im Klima dieser Länder erweisen sich nämlichmetallische Präparate wie Braunstein (Mangansuperoxyd), Bleiglanz(Schwefelblei), Antimonglanz usf. auch als höchst wirksame Vorbeugungs-und Schutzmittel gegenüber den endemischen Augenkrankheiten ver-schiedener Art 12 ).
In Ägypten z. B. schminkte man bereits während der vorgeschicht-lichen Steinzeit Lider und Brauen schwarz, umgab die Augen mit grünenRingen fein gepulverten Malachits (eines Kupfercarbonates) und setzteunter sie einen grünen Strich 13 ); in den Gräbern dieser Periode pflegt dieHand der Toten die zum Anreiben der Schminke bestimmten Schiefer-tafeln zu halten, die oft schon reich geschmückt sind 14 ); die Schönheit der
i) Berthelot, Coli. I, 223. 2 ) Forrer, „R. L." 32; „Urg." 410.3 ) Helm, „Chemiker-Zeitung" 1901, Refer. 250.«) Forrer, „Urg." 410, 108. 6 ) Kies, PW. 1, 2346.
6 ) W. Hommkl, „Zeitschrift f. angew. Chemie" 1912, 97; „Chemiker-Zeitung"1912, 918. 7 ) Bücher 2, 406. 8 ) Stoll 321. 9 ) ebd. 376.
10 ) Oldenberg, „Lehre der Upanischaden" (Göttingen 1915) 143.
11 ) Ed. Meyer, „Alt." 1, 416.
12 ) Lippmann, „Abh." 2, 7; über die uralte Benützung von Braunstein beiden Beduinen-Weibern s. Gsell 43, 44.
13 ) Ed. Meyer, „Alt." 1, 47. ") ebd. 1, 57, 59.