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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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11. Eisen.

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Mengen angefertigt und auch schon oberfläclflich gehärtet und verstählt 1 ).Noch größere Ausdehnung und Mannigfaltigkeit erreicht die Erzeugungzur La-Tene-Zeit 2 ), daß es aber damals auch eine Gußtechnik gegeben habe,die aus unbekannten Gründen wieder verloren gegangen und dann erstgegen Ende des Mittelalters aufs neue entdeckt worden sei 3 ), ist ganzunwahrscheinlich und wird durch die gemachten Funde nicht bestätigt.Die metallographische Prüfung der Erzeugnisse beider Perioden erweistdie Auswahl guter, oft sogar vorzüglicher Erze und weitgehende Erfahrunghinsichtlich der Ausgleichung von Fehlern der Materiahen durch die Be-arbeitung, lehrt aber zugleich, daß diese doch noch eine äußerst unvoll-kommene und unregelmäßige war, so daß z. B. von ausreichender Trennungzwischen Schmiedeeisen und Stahl gar nicht die Rede sein kann, undGegenstände besserer Beschaffenheit auch dann als Einfuhrware (meistetruskische) gelten dürfen, wenn nicht schon andere Kennzeichen sie mitSicherheit als solche erweisen 4 ).

Träger der Hallstädter Kultur scheinen Illyrier gewesen zu sein 5 ),Träger der von La-Tene Kelten 6 ). Letztere waren schon lange vor derrömischen Zeit im Bergbau wohlerfahren und verstanden bereits, Schwerter,Speere, Spieße u. dgl., ferner Handwerkszeug und vielleicht auch eine Artzum Tauschhandel dienlicher Eisenbarren in ganz der nämlichen Weiseherzustellen, von der später Caesae berichtet 7 ); auch wußten Keltenund Keltiberer frühzeitig treffliche Stahlwaffen zu gewinnen 8 ), derenaußerordentliche Härte und Biegsamkeit beieits der KriegsschriftstellerPhilon (gegen 200 v. Chr.) als eine altbekannte rühmt 9 ), und zwar sollensie zu diesem Zwecke das Eisen zunächst in die Eide eingegraben und solange in ihr belassen haben, bis die weniger widerstandsfähigen Anteileverrostet waren, und nur das Brauchbarste als Kern (nucleus = acies)übrigblieb 10 ). •— Die Germanen, denen ursprünglich, wie allen Indo-germanen, allein das Kupfer bekannt war, — noch Herodot meldet alsetwas Besonderes, daß ein Skythenstamm seinen Kriegsgott unter derGestalt eines eisernen Schwertes (oiör/geog äxivdxrjg) verehre 11 ) —, emp-fingen das Eisen, sowohl Sache wie Namen, etwa seit dem 4. Jahrhundertv. Chr. von den Kelten 12 ); in das Licht der Geschichte eintretend besitzensie bereits Eisen und Stahl, wenngleich, wie noch Tacitus hervorhebt,nur in bescheidener Menge 13 ), und bereiten es durch Ausschmelzen derErze in kleinen Erdlöchern mittels des Gebläses, sowie durch Aushämmern

1 ) Schbadeb, „R. L." 173, 795; Hoernes, „Urzeit" 3, 44, 51 ff.

2 ) Fobbbb, „R. L." 444, 805.

3 ^ Uber diese Neuentwicklung vgl. u. a. Johannsen, A. Nat. 3, 365; „Chemiker-Zeitung" 1910, Refer. 553 („Eisen-Weikbuch" von 1454); A. Nat. 7, 165 (Bbunners„Anleitung" von 1547).

') Rote und Mülleb, „Chemisches Zentralblatt" 1916b, 950.

6 ) Pokobny, M. G. M. 15, 314.

*) Hoops 3, 126; Feldhaus, „Technik" 232, 250; Hoebnes, „Urzeit" 3, 71 ff.

) Caesar, hb. 5, cap. 12; Schrader, „R. L." 173, 749, 787; 70, 285.») Schulten, PW. 8, 2004 ff.; Kreise 116. ») Blümner 4, 349.

) Diodor, hb. 5, cap. 33; Beckmann 5, 88; Hübner, PW. 3, 1890.") Herodot, hb. 4, cap. 62; Ed. Meyer, „Alt." 1, 822.

12 ) Hoops 1, 270; 2, 379 ff.; Schradeb, „Urg." 76 ff.

13 ) Tacitus, „Germania", cap. 6: „ne ferrum quidem superest"; Hoops 3, 297.

4.0*