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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
daß das Eisen eine den Menschen von Allah verliehene Gabe sei, weshalbes die Araber, abweichend von vielen anderen Völkern, auch niemals alssolches hinter Kupfer oder Bronze zurücksetzten J ). Nach Beginn derEroberungskriege und zur Zeit des Khalifats entfaltete sich die Eisen-industrie in glänzender Weise, worüber schon weiter oben Näheres berichtetwurde, und zwar besonders in Syrien und Persien 2 ), in Kerman 3 ), inTransoxanien, das jährlich 1300 Barren als Tribut bezahlte 4 ), aber auchim Maghreb (Westafiika) 6 ). Persisches Harteisen, fuläd (= Stahl), gehörtezu den wichtigsten Ausfuhrwaren nach Indien und China 6 ), obwohl dieAraber bis zur Schwelle der Neuzeit hin auch wieder indischen Stahl nachden ägyptischen, syrischen und kleinasiatischen Häfen brachten 7 ), zu-gleich aber europäische Eisenwaren aller Art über Ägypten nach Indienverkauften 8 ). Arabischer Vermittlung verdankt der indische Stahl auchseinen hohen Ruf bei den mittelalterlichen Schriftstellern, die ihn nichtselten als den vorzüglichsten und widerstandsfähigsten der Welt anpreisen;in dieses Lob stimmen selbst die Dichter ein, wie z. B. Wient von Geaven-beech (um 1210) an einer Stelle seines „Wigalois" sagt 9 ):
„Dort in der innren India
Da hat von bester Art man Stahl,
Der 'glänzt wie rotes Gold zumal
Und ist so hart, daß er den Stein
Zerschneidet wie ein Stäbchen fein."In Mitteleuropa beginnt die eigentliche Eisenzeit um 1000 v. Chr.,wenn auch vereinzelte Gegenstände schon einige Jahrhunderte vorherbekannt gewesen sein mögen 10 ), und umfaßt die ältere sog. Hallstädter-und die jüngere sog. La Tene-Periode, deren Zeitgrenze etwa das Jahr400 v. Chr. bildet 11 ). Nach Foeeee scheint man anfangs versucht zu haben,kleinere Gegenstände nach Art der Bronze und in ähnlichen Formen durchGuß herzustellen 12 ), wobei sich in der Regel bedeutende Schwierigkeitenund unzureichende Erfolge ergeben mußten, die das neue Metall nur lang-sam und spärlich Boden fassen ließen; daher weisen auch die späterenPfahlbauten nur wenige eiserne Schmucksachen auf, z. B. hin und wiederBronzebeile mit eingelegten Eisenklingen, u. dgl. 13 ). Zur Hallstädter Zeithatte, falls überhaupt noch kleinere Gußsachen vorkamen 14 ), die Schmiede-kunst schon das völlige Übergewicht erlangt und hierdurch dem Eisenausgebreitete und steigende Anwendung gesichert; Schmuck ist selten,Waffen, Werkzeuge und Geräte werden aber in verhältnismäßig bedeutenden
2 ) Stoll 401. 2 ) Kremer 1, 303. 3 ) ebd. 1, 308; 2, 383.*) ebd. 1, 320, 375; 2, 283. 5 ) ebd. 1, 355. 8 ) ebd. 283, 281.') s. im „Rosengarten" des Sa'di (um 1250) die Geschichte vom Kaufmanne,der indischen Stahl nach Aleppo schafft (üb. Nesselmann, Berlin 1864; 150).
8 ) Heyd 1, 183; 2, 497.
9 ) ed. Beneke (Berlin 1819) 177, 460; Ilo, „Beiträge zur Geschichte der Kunstund Kunst-Technik aus mittelhochdeutscher Dichtung" (Wien 1892) 131.
10 ) Montelius. „Gesch.-Bl." 1, 246; Hoernes, „Urzeit" 3, 11.
11 ) Schrader, „R. L." 748, 1016; Forrer, „R. L." 197, 255, 555. La-Tene:berühmte Fundstätte am Neuenburger See. 12 ) Forrer, „R. L." 198.
13 ) ders., „Urg." 404 ff., 462. «) Gsell 95 ff.