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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
der Rohluppen in jenen urwüchsigen Waldschmieden, die sich in wenigveränderter Gestalt bis tief ins Mittelalter hinein erhielten x ). Auch beiihnen gelangte erst in der Eisenzeit die Kunst des Schmiedens zur eigent-lichen Entwicklung, daher ist ihnen der Schmied, für den die Indogermanennoch keine Bezeichnung haben, und der im Gotischen smitha, im Alt-nordischen smidr, im Althochdeutschen smid heißt, anfänglich nur ganzim allgemeinen ein Künstler, ein zu irgendwelchen Handgriffen Geschickter,der sich z. B. auf das Holzschnitzen, oder auf das Zurechtmachen undWiederherstellen von allerlei Hausgeräten versteht usf. 2 ). Erst weiterhinwird er zum ausschließlichen Fachmanne, zum Eisen-Schmiede, dem an-gesichts seiner besonderen Kunst ein gewisser Schein des Weisen, Wunder-tätigen und Zauberers anhaftet; in dieser Eigenschaft vollbringt er über-natürliche Taten, wie sie die Sage etwa von Wieland dem Schmied be-richtet 3 ), überlistet und vertreibt er böse Geister und Dämonen (späterauch den Teufel), heilt dadurch als „Kurschmied" kranke Tiere undMenschen und verfertigt eiserne Opfer- und Weihe-Gaben aller Art, wie siebei der katholischen Bevölkerung des deutschen Südens noch gegenwärtigeine wichtige Rolle spielen 4 ). Der deutsche Name, Eisen, wird seitenseiniger Forscher vom gemein-keltischen und in vielen geographischen Be-zeichnungen der Kelten nachklingenden isarno abgeleitet, dessen ersteSilbe is mit ayas, aes, aiz (ursprünglich = Kupfer) zusammenhängensoll, und das zunächst in das germanische isarn, eisarn überging 5 ); nachanderen aber hat isarno nichts mit ayas oder aes zu tun, sondern kommtvom keltischen isarä = stark, kräftig, das sich in zahlreichen Flußnamenerhalten hat (u. a. in Isarkos = Eisack), und bedeutet also das starke,kräftige Metall (gegenüber dem Kupfer und der Bronze). Da aber die an-gedeuteten Namen, auch Isarkos, ursprünglich illyrisch sein sollen, so gilthiernach die Voraussetzung für gerechtfertigt, die Kelten hätten hinwieder-um das Metall und seinen Namen den Illyriern entlehnt, womit es überein-stimme, daß illyrische Veneter als Träger der älteren Eisenkultur derHallstädter Zeit anzusehen seien 8 ).
Im Norden Europas, z. B. in Schweden, wird Eisen um 800 v. Chr.bekannt 7 ), die Eisenzeit aber beginnt nach Monteluts und S. Müllebfrühestens um das 5. Jahrhundert v. Chr. 8 ); es werden eiserne Schmuck-
[ ) Schbadbb, „R. L." 177, 725, 293; Fobrbr, „Urg." 478 ff.; „R. L." 79, 130;Hoors 1, 544; 2, 369; 3, 22, 34.
*) Schbadbb, „R. L." 177, 725, 293; daher die übertragenen Ausdrücke wie„seines Glückes Schmied", „Ränkeschmied", „des Reiches Schmied" usf.
3 ) Simbock, „Amelungenlied" (Stuttgart 1863) 1, 59.
*) Andbee, „Votive und Weihgaben . . ." (Braunschweig 1904) 91; 58, 61,62, 152 ff., 179, 180.
*) Schbadbb, „R. L." 173; „Urg." 76 ff.; Wilsbe, „Vorzeit", 25.
8 ) Pokoeny, M. G. M. 14, 195; 15, 314. — Über das erste Auftreten des NamensStahl gehen die Ansichten noch auseinander; vom „ferrum quod stahal dicitur" (demEisen, das man Stahl nennt) spricht u. a. der „Codex Hertensis" des 9.—12. Jahr-hunderts (Sudhofe, A. Med. 10, 290).
') Forbeb, ,,R. L." 197, 255, 555. — Dis altnordische hamarr = Hammerbedeutet ursprünglich Stein oder Fels (Fuhsb, bei Hoors, 4, 136).
•) Schbadbb, „R. L." 748, 1016; Schlemm 132.