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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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11. Eisen.

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Eisenschlacke in Quecksilber bei zweijährigem Liegen berichtet, und siedurch Hinzuströmen desWeltgeistes" erklärt 1 ), des Hermes oder Mee-cxtrius der Alten.

Die Annahme, daß es, wie Plinitjs behauptet, zwei verschiedeneQuecksilber gebe, natürliches und künstliches, wiederholen gänzlich kritik-los noch die Gelehrten des 16. Jahrhunderts, z. B. Bbasavola 2 ); auchdieser Irrtum wurde, gleich unzähligen ähnlichen, niemals geradezu alssolcher einbekannt, sondern starb langsam aus, wozu im vorliegenden Falledie allmählich zunehmende bessere Bekanntschaft mit dem Quecksilberbeitrug, gefördert hauptsächlich durch seine Anwendung bei der Gewinnungder Edelmetalle. Diese erfolgte jedoch nicht erst in der neuen Welt, wiehäufig behauptet wird, sondern war bereits der alten geläufig, u. a. auchbei der Aufarbeitung des goldführenden Rheinsandes im Elsaß, wo siesich z. B. 1582 als etwas in Straßburg schon längst Bekanntes erwähntfindet 3 ).

11. Eisen.

Wie bereits weiter oben bemerkt wurde, können weder die Ansichtenbetreffs einer ursprünglichen Kupfer- und Bronzezeit 4 ) noch die Ver-mutungen hinsichtlich eines überlegenen Alters des Eisens 6 ) irgend-welchen Anspruch auf ausschließliche Wahrheit und Allgültigkeit erheben;ebensowenig läßt sich ein bestimmtes Land als erster Ausgangspunkt,oder ein bestimmtes Volk als erster Erfinder der Eisen-Gewinnung be-zeichnen, auch völlig abgesehen von der neuen Welt, in deren Kultur-staaten, Mexiko und Peru, zur Zeit der Entdeckung zwar ganz vorwiegendKupfer in Gebrauch stand, Eisen aber keineswegs mehr durchaus unbekanntwar 6 ). Es ist vielmehr sicher, daß die Darstellung des Eisens in selbständigerWeise zu sehr verschiedenen Zeiten entdeckt wurde und auch an sehrverschiedenen Punkten, an solchen nämlich, die passende und leicht re-duzierbare Erze besaßen; zu ihnen sind mit größerer oder geringerer Wahr-scheinlichkeit u. a. zu zählen: China, Indien, Persien, Armenien, die kauka-sischen und die Pontus-Länder'), Phönizien, Palästina, Cypern 8 ), dieGebiete der Jakuten, der Tungusen 9 ), das zentrale, nordwestliche undsüdliche Afrika, Finnland 10 ), Illyrien, Keltiberien usf. Zwar trifft es zu,daß das Meteoreisen bei vielen Völkern frühzeitig bekannt war, seinerhimmlischen" Herkunft wegen in großer Verehrung stand und zuweilenauch, angesichts seiner hohen Reinheit, ohne weiteres zu Bedarfszweckenbenützt und verarbeitet wurde, wie das z. B. nach dem NordpolfahrerRoss noch 1818 bei den Eskimos durchkaltes Hämmern" geschah 11 );

*) ed. Reber (Gießen 1896) 373.

*)Examen omnium simplicium" (Lyon 1556) 719.

-- --------" aiuijuicium (.Lyon loöb) / ix).

) Beckmann 1, 46; vgl. 1, 44; 4 ? i 0 l, 578. Über Anwendung von Queck-: Incas, s. Beckmann,Tech.-Ökon. Bibliothek" (Göttingen

Silber in Peru, zur Zeit der1782) 12, 51.

«) Blümner, PW. 5, 2142 ff. «) Haedicke, M. G. M. 12, 271.

) Humboldt,Neuspanien" 4, 8ff.;Vues des Cordilleres" 1, 314.

7 ) Blümner 4, 67 ff. «) ebd.; Zippe 115, 125ff. 9 ) Lippert 224, 226.10 ) Zifpelius, M. G.M. 1, 268. ll ) Lenormant,Auf." 1, 56 ff.