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6. Absei nitt ( Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
CoNSTANTorus Africantjs (gest. 1087)*) nach orientalischem Beispieledas Töten des Quecksilbers mittels Asche, öl, Butter, Fett oder Speichelgelehrt, sowie die Vernichtung der Läuse durch derlei Quecksilbersalbenoder auch, soweit Kleider in Betracht kamen, durch Quecksilber-Dämpfe;von ihm übernahm dann die „Schule von Salerno" diese Kunstgriffe,die u. a. als bereits wohlbewährte Matthaetjs Platearitjs im „Circainstans" darlegt, dem um 1150 verfaßten Hauptwerke der Salernitaner 2 ).durch die sie seither allgemeine und weitgehende Verbreitung fanden.Eine solche wurde in gleicher Weise, und vielleicht von mehr als einer Seiteaus, auch dem Gebrauche der Quecksilbersalben gegen Hautkrankheitenzuteil, so daß sich im 13. Jahrhundert Quecksilber-Schmierkuren schonverschiedentlich und als etwas sichtlich nicht mehr ganz Neues beschriebenfinden, so z. B. in der 1266 abgeschlossenen berühmten „Cyrurgia" vonBokgognoni Vater und Sohn 3 ); auf Einzelheiten aus der Frühzeit der-artiger, rein medizinischer Anwendungen kann jedoch an dieser Stelleebensowenig eingegangen werden wie auf Schilderungen der späterenNeuerungen des Paracelstjs, durch dessen bahnbrechende Tätigkeit auchdas Quecksilber nebst seinen Verbindungen, wie überhaupt die metallischenHeilmittel, zu völlig ungeahnter Bedeutung gelangten.
Darauf, daß die spätgiiechische, von den Arabern aufgenommeneund erweiterte Theorie vom Schwefel und Quecksilber als Grundbestand-teilen der Metalle in der gesamten europäischen Wissenschaft zur un-bedingten und widerspruchslosen Herrschaft gelangte, ist bereits weiteroben hingewiesen worden; daß man sie auf die Autorität des Aristotelesund Platon zurückführen zu können glaubte 4 ), gereichte ihr zur ganzbesonderen Stütze, und da einige schüchterne Zweifel, die sich zur Zeitder Renaissance zu erheben begannen, gegen den überragenden Einflußder paracelsischen Lehren nicht aufzukommen vermochten, behielt siebis tief in das 17. Jahrhundert hinein die Oberhand und wurde selbstdurch so bestimmte Widerlegungen wie die seitens Aldkovakdis b ) oderBoyles 6 ) keineswegs endgültig abgetan. Unentwegt fest hielten an ihrallezeit die eigentlichen Alchemisten; nicht anders als ein halbes Jahr-tausend vorher versuchten sie auch noch gegen 1800 Quecksilber undSchwefel im Ei zu Gold auszubrüten 7 ), und zwar unter Mitwirkungdes Geistes Azoth, dessen Namen Paracelstjs aus dem arabischen Wortefür Quecksilber „Azoch" bildete, dem nämlichen, von dem sich der spa-nische Ausdruck „azogue" für dieses Metall herschreibt 8 ).
Welche zähe Lebenskraft auch dem Glauben an die mystischen Be-ziehungen des Quecksilbers innewohnte, zeigt die Bemerkung eines sonstin vieler Hinsicht so vorgeschrittenen Geistes wie Comenitjs, der in seiner„Physicae Synopsis" von 1625 über die angebliche Verwandlung von
J ) Sudhoff, M. G. M. 14, 54.
*) „Circa instans", beigedruckt an Seraf-ion (Venedig 1530) 187.3 ) Sudhoff, „KADXBAUM-Gedenkschrift" 255.
*) So z. B. Arnaldus von Villanova im „Rosarium", beigedruckt an Ulstads„Coelum philosophoium" (Lyon 1572) 439, 516.
5 ) „Musaeum metallicum" (Bologna 1648) 196. «) „Works" 1, 631 ff.') Vgl. Mkkeifield 1, 56; 2, 461. ») ebd. 2, 477.