10. Quecksilber.
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„Er träufelt vom Gewölb des RegenbogensQuecksilber auf die Erde, die durchnäßte" x ).Die Erzählungen „1001 Nacht" gedenken des Quecksilbers als eines Heil-mittels, nennen einen eiligen Hin- und Herläufer Ali Zaibak = Ali denquecksilbernen, und sprechen von Zinnober als einer kostbaren Farbe derBilder- und Schrütenrnaler 2 ). Vielfach beschäftigten sich, wie ebenfallsschon erwähnt, die arabischen Physiker und Chemiker mit dem Queck-silber: Albieuni (gest. 1048) und Alkhazini, der Verfasser der „Wageder Weisheit" (1121), bestimmten das spezifische Gewicht dieses „schwerstenaller Körper" zu 13,557 bis 13,560, welche Werte genauer sind als dieGalileis (13,357 und 13,760) 3 ); einen hohlen Wagebalken, gefüllt mitetwas Quecksilber, das bei unauffälligem Neigen auf die Seite der Lasthinüberfloß, benützten nach Aldschaubabi (gegen 1220) die Betrüger beimVerkaufe von Edelsteinen und Gewürzen 4 ); Gold den feingepochten Ge-steinen mittels Quecksilbers zu entziehen verstanden im 12. Jahrhundertnach Alidbisi bereits einige einheimische Völkerschaften des westlichenAfrikas und nördlichen Abessyniens 6 ), die dies jedenfalls von den Arabernerlernt hatten, usf. Das meiste Quecksilber scheinen diese aus den beidem heutigen Almaden liegenden Gruben empfangen zu haben 6 ), undnoch im Zeitalter der Kreuzzüge war Quecksilber ein wichtiger Gegen-stand der Ausfuhr, den die Schiffe aus den spanischen Häfen nach Sizilien,Ägypten und dem Orient beförderten 7 ).
In China kannte man, wie schon in einem früheren Abschnitt erörtert,seit altersher sowohl Quecksilber wie Zinnober; letzterer, dessen Farbedie kaiserliche und daher auch die des kaiserlichen Siegels war, blieb dauerndsehr kostbar und nicht selten dem Silber gleichwertig 8 ); in den Garten-anlagen um die Kaisergräber wurden Hügel aus Zinnober aufgeschüttet,zwischen denen sich Teiche, Bäche, Flüsse, ja Meere aus Quecksilber be-funden haben sollen, für deren stete Bewegung eigene Antriebs-Vorrich-tungen sorgten 9 ). Zur Zeit Mabco Polos war das Quecksilber in Chinabesteuert 10 ), vielleicht als Luxusgegenstand.
Näheres über die Kenntnis von Quecksilber und Zinnober in Indienist ebenfalls bereits weiter oben beigebracht worden; die Einverleibungbeider Substanzen in den allgemein üblichen Arzneischatz erfolgte daselbst,auch nach Tschiech, erst unter dem Einflüsse arabischer Vermittlung 11 ).
Ausschlaggebend war diese auch für das mittelalterliche Europa.Nach Vitalis de Fubno 12 ) (1247—1327) hätte zuerst der in Salerno tätige
x ) Wörtlich wiederholt noch im türkischen „Divan" des Baki (1529—1599),üb. Hammeb (Wien 1825) 33. 2 ) üb. Gbeve 7, 249; 8, 323; 5, 13; 10, 168.
3 ) Lippmann, „Abh." 2, 181.
) Diesen Kunstgriff erwähnt auch der Talmud (Bebendes, „Die Pharmaziebei den Kulturvölkern", Halle 1891; 1, 117).
6 ) üb. Jatjbebt 1, 41, 67; Humboldt, „Kritische Untersuchungen . . ." 3, 64;Ruska, „Enzykl. d. Islarn" 1, 995 (auf das Wadi Ollaki bezüglich).
6 ) Andere spanische Fundstätten nennt AldimeschQI 344, 345, 349.
7 ) Schaube, a. a. O. 206, 210, 247, 332 501. 8 ) Peizmaieb 20.9 ) ebd. 21, 69. ") Lippmann, „Abh." 2, 286.
11 ) „Handbuch der Pharmakognosie" (Leipzig 1910) 2, 505, 507.
12 ) „Opera" (Mainz 1531) 55, 225.