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6. Abschnitt (Aahan?): Zar älteren Geschichte der Metalle.
kein Fachmann war und über vieles Technische (ebenso wie etwa Plinius)nur auf Hörensagen hin und nach Maßgabe seines Verständnisses berichtete;die Annahme, es sei bei ihm vom Zink die Rede, ist daher durchaus ab-zuweisen 1 ). Dahingestellt bleibt dabei, was man unter dem Pseudargyroszu verstehen habe, ob nach Gseix 2 ) metallisches Arsen, nach Zippe 3 )Arsenkupfer, nach Schäbeb 4 ) eine sonstige Arsen-Legierung, nach einemanderen Autor metallisches Nickel usf.; daß es aber kein Zink gewesensei, darf dem ganzen Sachverhalte gemäß und nach den Auseinander-setzungen zwischen Diebgabt 5 ) und Neumann 6 ) für unzweifelhaft gelten.Wenn nun auch nicht das Zink selbst, so waren aber den Alten dochgewisse zinkhaltige Mineralien bekannt, und sie verwendeten diese, odereinige aus ihnen gewonnene Produkte, zu technischen und medizinischenZwecken, ohne freilich (wie in so zahlreichen anderen Fällen) die Ursache"der eintretenden Wirkungen im geringsten zu ahnen; als Beispiel sei nurauf des Pseudo-Aristotelbs „Wundergeschichten" verwiesen, die von derDarstellung des Messings aus Kupfer mittels einer im Lande der Mossynökenvorkommenden „Erdart" erzählen, sowie von der bei Augenkrankheitenso heilsamen „phrygischen Asche" 7 ), vermutlich der nämlichen Substanz,deren zu gleichem Zwecke schon der medizinische „Papyrus Ebers" ge-denkt 8 ) (niedergeschrieben um 1500 v. Chr. auf Grund noch weit ältererVorlagen). Unter jenen Mineralien dürfte in erster Linie das heute „Galmei"genannte in Frage kommen, ein Zinkcarbonat, aus dem man u. a. durchErhitzen und Rösten mit gewissen (reduzierenden) Zusätzen den Pömpholyx(weißes, staubfeines Zinkoxyd) und den Spodös (dunklen, zinkhaltigenRückstand, sog. Ofenbruch) abzuscheiden verstand 9 ); was üidessenPunkts 10 ), Dioskubides 11 ), Galenos 12 ) und einige andere Schriftstellerüber diese Vorgänge mitteilen, ist zum großen Teile verworren und läßtnamentlich auch Vorkommen und Beschaffenheit der benützten Rohstoffemehr als billig im Dunklen. Wie es scheint, führen bereits die dem Hippo-kbates zugeschriebenen Werke, in denen der „Ofenbruch" (zuweilen alscyprischer bezeichnet) schon eine vielseitige Rolle spielt 13 ), Galmei mitunter der Bezeichnung „Chalkitis" an; doch ist dies ein bloßer Sammel-name, der auch Alaun, eisen- oder kupferhaltigen Alaunstein, Eisenoxyde,Schwefeleisen, Eisenvitriol, Kupfervitriol, eisenhaltigen Kupfervitriol u. dgl.mehr umfassen kann 14 ), und dessen große Vieldeutigkeit daher nur seltenbestimmte Schlüsse zuläßt. In jüngerer Zeit taucht der Name xad/iia,
*■) Auch daß metallisches Zink am Tmolos vorkommen solle, erscheint völligausgeschlossen. 2 ) Gsell 72. 3 ) Zippe 218 ff.
*) Schäfeb, „Die Alchemie" (Flensburg 1887) 13.
6 ) M. G.M. 2, 36, 148, 174; 3, 76, 156; 5, 71; „Zeitschrift für angewandteChemie" 1901, 1207; 1902, 761; 1903, 87. «) ebd. 1902, 511, 1217.
') Lippmann, „Abh." 2, 112.
8 ) Lippmann, ebd. 2, 9; Reinhard, „A. Med." 10, 150.
9 ) Lippmann, „Abh." 1, 55. ">) ebd. 1, 24; Hb. 34, cap. 100.n ) ebd. 1, 53; lib. 5, cap. 84. 12 ) Blümneb 4, 171 ff.
13 ) üb. Fuchs 2, 186; 3, 59, 291, 297, 488, 495.
14 ) üb. Fuchs 3, 57, 292, 297 („blaue Chalkitis"), 295, 305; 60, 291, 313, 495.Vgl. Celsus, üb. Fbiboes 598; Blümneb 4, 94 ff.