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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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9. Zink.

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Das Zinn der pyTenäischen Halbinsel erwähnt zwar noch Alqazwini(gest. 1283), doch spielte es nicht einmal im Lande selbst eine Rolle. Einernstlicher Wettbewerber erstand dem englischen Zinn erst im deutschen,das nach derChronik" des Matthaeus Pabisiensis im Jahre 1241 auf-gefunden worden sein soll 1 ), und zwar sogleich in großer Menge und hoherReinheit; diese Angabe dürfte aber schwerlich zutreffend sein, da eineZinngewinnung- in Deutschland schon vor der Zeit Albebts des Grossen(11931280) an verschiedenen Stellen im Gange war 2 ).

"Sehr frühzeitig kannten das Zinn die westlichen Finnen, derenLand es, wenn auch nur in geringer Menge, selbst hervorbringt; in denSagen derKalewala" gilt es noch als selten und dient, wenngleich einmalauch eine Stopfnadel aus Zinn erwähnt wird 3 ), in der Regel nur als Schmuck,so daßdie Zinn-Geschmückte" als stehender Beiname edler Frauen undMädchen erscheint 4 ); imKanteletar" dagegen ist der Zinnschmuck schonverächtlich, nur gut für Bettlerinnen" 6 ), DasKalewipoeg" 6 ) und dieMythischen und magischen Lieder der Esthen" 7 ) kennen Zinn noch alsVerzierung, in denEsthnischen Märchen" aber bestehen aus ihm bereitsdie dem täglichen Gebrauch dienenden Hausgeräte 8 ). Der lettische Namedes Zinns, alwas, leitet sich von olovo ab, das im Altslavischen das Bleibedeutete 9 ).

9. Zink.

Die Tatsache, daß der gesamte Umkreis der Antike noch niemalseinen aus Zink bestehenden Gegenstand an das Tageslicht gelangen ließ,sowie daß jede Gewinnung des Zinks die Anwendung gewisser, dem Alter-tum selbst in ihrer unvollkommensten Gestalt fremd gebliebener Destilla-tions-Methoden voraussetzt, führt zur Folgerung, daß Griechen undRömer keinerlei Kenntnis vom metallischen Zink besaßen. Zwar er-wähnt Stbabon gelegentlich 10 ) ein zu Andeira in der Troas auftretendesGestein, das beim Brennen Eisen ergebe, beim Schmelzen mit einer ge-wissen ErdePseudargyros" (nach Fobbigeb 11 )Scheinsilber") abtropfenlasse, das nämliche, das sich auch im Gebirge Tmolos vorfinde, mitKupfer aber die Oreichalkos genannte Legierung (xgä/ua) liefere; diesesPseudärgyros nun erklärten ältere und auch neuere Ausleger für Tropf-zink, entstanden aus einem der nicht gerade seltenen eisenhaltigen Zink-erze 12 ). Wie indessen schon Hofmann und Blümneb hervorhoben 13 ), istdie fragliche Stelle völlig unklar, was nicht wundernehmen kann, da Stbabon

171.

*)Chronik", üb. Wattenbach-Landauer (Leipzig 1890) 135.

a ) Beckmann 4, 372 ff. 3) Rune 15, Vers 348.

4 )Kalewala" 23, 56, 97, 98, 116, 120, 157, 177, 213, 232, 289, 290.

s )Kanteletar", üb. Paul (Helsingfors 1882) 300. 6 )Kalewipoeg"

7 )Lieder" 56. 8 )Märchen" 325. ") Schrader,R. L." 990.10 ) Hb. 13, cap. 56; vgl. Blümner 4, 96.u ) Übersetzung des Strabon (Stuttgart 1859) 6, 45.

12 ) Rossignol 244 ff.; Preise 137; vgl. Dibrgart, M. GM. 1, 308.

13 ) Hofmann,Zur Geschichte des Zinks bei den Alten" (Berg- und Hütten-männische Zeitung 1882; 41, 46); Blümner 4, 96.