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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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9. Zink.

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xadfieia (Kadmeia) auf 1 ), der als abgeleitet giltvon jenem des PhöniziersKadmos", der das Gestein und seine Verwendung entdeckt und diesezuerst aus dem Orient nach Griechenland gebracht haben soll 2 ). DieDeutung des Namens Kadmos als eines phönizischen oder überhauptsemitischen im Sinne desÖstlichen", desOrientalischen", der gemäßsich auch jener des Metall-grabenden und -bearbeitenden Kabiren Kadmosauf Samothrake erkläre 3 ), wird jedoch neuerdings völlig abgelehnt: Kadmosist ursprünglich Heros eponymos der Burg Kadmeia zu Theben und dortallein nachweisbar 4 ), auch kennen die ältesten Berichte keine phönizischenAnsiedlungen im ägäischen Meere; erst seit dem 7. Jahrhundert läßt dieSage wie den Dakaos aus Ägypten so den Kadmos aus dem Orient kommen,bringt ihn mit dem Karischen Bergnamen Kadmos (= Ostberg?) in Ver-bindung 6 ), sieht in ihm später (bei Hekataios; zum Teil sogar erst inhellenistischer Periode) einen phönizischen König oder Heros 6 ) und iden-tifiziert ihn schließlich mit einer etwa dem Hbemes analogen semitischenGottheit Kadmillos oder Kamillos 7 ). Sollte nun in Kadmilos oderKadmos ein semitisches Wort für Gold verborgen sein 8 ), und das GesteinKadmia seinen Namen von Kadmos führen, so könnte es nur daszuGold machende", d. h. dem Kupfer Goldfarbe verleihende, bedeuten;diese weithergeholte Annahme ist aber allem Obigen zufolge durchausunwahrscheinlich, es liegt vielmehr erheblich näher, an den tatsächlichZinkerz führenden Bergvorsprung Kadmos des Tmolos zu denken 9 ), wo-nach also das Mineral einfach, wie in so manchen anderen Fällen, nacheiner frühzeitig gutbekannten Fundstätte benannt worden wäre.

Aus dem griechischen Kadmeia entstand später bei den Arabern,wie Kaeabacbk 1891 zeigte 10 ), vermöge fortschreitender Entstellung deranfangs richtigen Transkription zunächst Kalmeia, sodann Kalimija undKalimina; hieraus wieder ging bei der Rückübersetzung ins Lateinischedas mittelalterlichelapis calaminaris" hervor, schließlich aber auf ver-schiedenen Umwegen das moderne Galmei mit seinen Nebenformen, unterdenen eine nächst Aachen noch jetzt gebräuchliche, Kalmis oder Kelmis,dort bereits gegen 1500 nachweisbar fev 11 ). Ein ebenfalls durch die Araberverbreiteter Ausdruck ist Tutia, entstammend (wie schon in früherenAbschnitten erwähnt) dem persischen Düd, d. i. Rauch, nämlich derin Gestalt einer dichten weißen Wolke feinsten Zinkoxydes aufsteigendeRauch der Galmeiöfen; noch Maeco Polo, dessen Reisen in die Jahre1275 bis 1291 fallen, schildert Anlage und Betrieb solcher zu Cobinamzwischen Yezd und Kerman in Persien errichteter Öfen 12 ) und gedenkt

) Beckmann 3, 381 ff.; Blümner 4, 171; Lippmann,Abh." 1, 53.

2 ) So noch bei Eestus, ed. Lindemann 367.

3 ) Lenormant,Anf." 2, 226 ff.

*) Crusius, Ro. 2, 878 ff.; Ed. Meyer,Alt." 2, 150 ff.; auf einer altattischenAmphora, die ihn mit seiner Gattin Harmonia abbildet, heißt er auch Kassmos(Sittig, PW. 7, 2383).

6 ) Ed. Meyer,Alt." 2, 70, 180, 317; 150 ff., 189, 317.6 ) Crttsius und Ed. Meyer, a. a. O.

') Bloch, Ro. 2, 2530; über KadplAog und Kdfii/LXog s. DlELS,Vors." 2, 212.8 ) Pettazzoni, A. Bei. 14, 577. 9 ) Freise 135 ff. 10 ) Freise, a. a. O.ll ) Willers,Untersuchungen . . ." 35. 12 ) Lippmann,Abh." 2, 264.V. lippmann, Alchemie, 38