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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
karthagische Berichte, bei Pytheas aber auf eigene Anschauung stützten,wurden jedoch alsbald wieder verdunkelt. Schon Hbeodot (gest. 429)sagt, wo er die Herkunft des Zinns aus den äußersten Gegenden Europasstreift, „kassiteridische Inseln kenne ich nicht" 1 ). Aus den Schriften desPytheas wieder schöpften u. a. der oberflächliche Timaios (gest. um 260) 2 )und sodann Polybios (198—117), der Belerion für die Inseln an der nord-westlichen Küste Spaniens hält 3 ), sowie Poseidonios (135—51), der nebendem Zinn Lusitaniens auch das Britanniens und den Seehandel von daaus nach Gallien kennt, der Kassiteriden aber nur flüchtig gedenkt undnichts Näheres über ihre Lage mitteilt *). Nur hieraus ist es erklärlich,daß der Irrtum des gelehrten und einflußreichen Polybios nicht nur vonDiodor 5 ) und von Strabon 6 ) festgehalten wurde, sondern sogar nochvon Ptolemaios (um 150 n. Chr.) 7 ), obwohl schon Caesars Legat Crassusdie Fahrt nach den Kassiteriden, den Zinninseln, gemacht und hierdurchalle etwa noch bestehenden Zweifel endgültig beseitigt hatte 8 ).
Im Laufe des 5. Jahrhunderts v. Chr. war das Zinn in Griechenlandbereits wohlbekannt und nicht übermäßig teuer, so z. B. kosteten im Jahre421 zu Athen das Kilo Blei und Zinn etwa 1 und 7 Mark 9 ), welche Preise,um sie den heutigen Geldwerten vergleichbar zu machen, allerdings ummindestens das 30- bis 40fache erhöht werden müßten 10 ). Aristotelesspricht einige Male von Zinn, und die unter seinem Namen gehenden„Wundergeschichten" wissen, daß dieses Metall den keltischen Ländernentstamme und behaupten, daß auf jenen elektridischen Inseln, die ander Mündung des Po liegen, eine Statue aus Zinn und eine andere ausBronze stehe 11 ); sein Schüler und Nachfolger Theophrastos erwähnt imAufsatze „Über das Feuer" verzinntes Kupfergeschirr als etwas nichtmehr Ungewöhnliches 12 ), und während der Folgezeit waren zinnerne undverzinnte Gefäße schon ganz allgemein gebräuchlich 13 ).
In Etrurien fanden sich ehemals unweit der Küste gegenüber Elbaund besonders bei Populonia einige verhältnismäßig reiche Lager vonZinnerz, die Anlaß zur Verfertigung von Bronze an Ort und Stelle unddamit zur selbständigen Entwicklung der so wichtigen etruskischen Bronze-industrie gegeben haben mögen u ); ob sie jemals genügten, um eine Zinn-ausfuhr durch etrurische Seefahrer zu gestatten, steht dahin, und jeden-falls -waren sie ziemlich fiühzeitig so gut wie erschöpft, so daß das Landseither seinen Zinnbedarf auf einem der oben erörterten Wege zu decken
*) lib. 3, cap. 115; Ed. Meyer, „Alt." 2, 759; Bebger, a. a. O. 53 ff., 357;Hübneb, PW. 7, 439 ff. 2 ) Bebgeb, 353 ff. 3 ) ebd. 512. «) Bebgeb 559.
6 ) lib. 5, cap. 38. •) lib. 3, cap. 147; Hübneb, PW. 7, 439 ff.; Bebgeb 361.
7 ) Bebgeb 544, 630. 8 ) Caesar, lib. 5, cap. 12; Bebgeb 235, 356.
9 ) Feiedlaendeb 3, 335. Über die großen Mengen Zinn, die auch die Phönizierim 6. Jahrhundert nach dem Osten brachten, z. B. nach Tyrus, vgl. die Schilderungbei Ezechiel. 10 ) Alle derartigen Berechnungen sind außerordentlich unsicher.
u ) cap. 51 und 81, woselbst „röv v.aaaiteqov xbv KeA.nx.6v". Vgl. die be-wunderungswürdige Ausgabe von Beckmann (Göttingen 1786) 100 ff., 160 ff.
12 ) cap. 37. 13 ) Blümner 4^179, 376.
14 ) Speck 3, 214; Gsell 34r Schon ältere etrurische Bronzen enthalten 6 0 / oZinn (Speck 3, 257).