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der römischen, ja bis zu gewissem Grade noch während der byzantinischenHerrschaft fortdauerte und deren Bedeutung u.a. durch umfangreiche Funde,durch zahlreiche Fachausdrucke, sowie durch die Erhebung einer eigenenGewerbesteuer, nach den verschiedensten Richtungen hin bezeugt ist x ).Aber auch aus Zinn selbst fertigten besondere Handwerker mannigfacheGeräte an 2 ), ferner diente Zinn als Zusatz bei der von Agatharchidesund Diodor beschriebenen Reinigung des Goldes durch Umschmelzen 3 ),und endlich bereitete man aus ihm die so vielgebrauchte Zinnfolie, derennexala und leniösg auch in der Zauber-Litteratur ihre Rolle spielten 4 )und nach Alexander von Aphrodisias (um 210 n. Chr.) u. a. schon zumBelegen von Glasspiegeln dienten 6 ). Als Herkunftsort des Zinns wirdBritannien genannt, wohin noch im 6. Jahrhundert n. Chr. alexandrinischeSchiffe mit Getreide fuhren, die sich den Preis ihres Frachtgutes zur einenHälfte in Geld bezahlen ließen, zur anderen in Zinn 6 ); für Stephanosvon Alexandria (7. Jahrhundert) ist dieses daher einfach „das britannischeMetall", ,,rj ßgerraviKt] [xhalkog" 7 ).
In der Ägäis läßt sich, wie oben angegeben, Bronze um 3000 nach-weisen, in Troja nach Beginn des 3. Jahrtausends, woraus aber nichtfolgt, daß man daselbst auch schon das Zinn als solches kannte; für dasCypern des mykenischen Zeitalters dürfte dies aber zutreffen, da dieseInsel damals bereits eine einheimische, wenngleich noch sehr primitiveBronzefabrikation besaß 8 ). Im übrigen scheinen während der mykenischenPeriode zinnarme und zinnreiche Bronzen nebeneinander herzugehen, unddie Vermutung ist nicht unbegründet, daß letztere durch die Phöniziereingeführt, erstere aber mittels orientalischen Zinns an Ort und Stelleangefertigt worden seien 9 ); in menschlichen Knochen von etwa 2000 ausKreta und Kleinasien vermochte Kobert einen Gehalt an Zinn nach-zuweisen, dessen Quelle, wie er mit Recht bemerkt, nur die benütztenBronzegefäße sein können 10 ).
Zuerst in Kleinasien lernten wohl auch die Griechen gleich denmeisten anderen Metallen das Zinn kennen, und zwar anfangs vermutlichdas orientalische 11 ), wofür der Name xaaairegog (Kassiteros) spricht, dermit den oben angeführten akkadischen, assyrischen und spätbabylonischenBezeichnungen ik-kasduru, käzazatira und kastira in sichtlichem Zusammen-hange steht. Nach Kleinasien verlegt die griechische Sage die erste Auf-findung des Zinns durch König Midas von Phrygien 12 ), und der NamexaooireQog ist ein orientalischer 13 ) und keinesfalls ein keltischer, den etwadie Phönizier zugleich mit dem keltischen Zinn übermittelt hätten 14 ): das
*) Reil 64 ff., 190; 71. ■) Reil 71 3) blümneb 4, 133.) JJietebich, „Abraxas" 138, 159.') Ideleb, „Physici et medioi graeci minores" (Berlin 1841) 1, 45.
lOrtrtff a <i E 7ao D t B on DE TT 2 ' 83; SPECK ' »Handelsgeschichte des Altertums" (LeipziglJOOff ) 4, 783, 889; Hoops 2, 414; Reil 71. ») Ideleb, a, a. O. 2, 206.
) Ed. Meyer, Alt." 2, 219ff. ») ebd. 2, 156ff.; Blümner 4, 187ff.
) KAHLBAUM-Gedenkbuch" 118. ») Vgl. Blümneb 4, 84 ff., 81 ff.
12 ) Hyginus, „Fabulae", a. a. O.
13 ) Schmidt, „Kulturhistorische Beiträge . . ." (Leipzig 1906) 1, 10.u ) Lenormant, „Anf." 1, 98 ff.