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und zwar beim Propheten Amos 1 ), während sonst der Ausdruck bedilbenützt wird 2 ), dessen Bedeutung aber ebenfalls noch als unsicher undschwankend anzusehen ist 3 ). Bei den Akkadern war der Name desZinns anna oder naga, bei den Assyrern anaku, außerdem gebrauchtenaber diese Völker noch einen anderen, der bei den ersteren ik-kasduru,bei den letzteren käzazatira lautet *) und u. a. auch das Material einer dersieben schon weiter oben erwähnten Platten bezeichnet, die in den Funda-menten des 706 v. Chr. errichteten Palastes von Khorsabad aufgefundenwurden. Er ist weder sumerischen, noch akkadischen, noch assyrischen,noch sonstigen semitischen Ursprunges, sondern vermutlich „barba-rischen" 6 ), d. h. er gehört der Sprache irgend eines der Völker an, ausderen Gebiet das Zinn zuerst nach dem Zweistromlande gebracht wurde;nach Bapst ging aus ihm auch das spätbabylonische kastira hervor 6 ).
Daß die Ägypter gegen 3000 ebenfalls schon Bronzen besaßen,und zwar zunächst sehr zinnarme, ist bereits weiter oben erörtert worden;ungewiß bleibt aber, ob sie diese fertig einführten oder selbst bereiteten,seit wann sie, wenn letzterer Fall zutrifft, dieser Kunst mächtig warenund woher sie das erforderliche Zinn bezogen. Lager von Zinnstein sindzwar im Süden, Südwesten und Südosten Afrikas, in Nigeria sowie amKongo vorhanden, und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Eingeborenenschon vor vielen Jahrtausenden verstanden, was noch Vasco de Gamavon ihnen berichtet, nämlich das Ausschmelzen des Zinns und seine Ver-wendung zu Schmuck oder Zierrat an Waffen 7 ); der Gedanke einigerForscher aber, Verbindungen zwischen jenen Gregenden und dem Ägyptendes alten Reiches (2895—2540) anzunehmen, ist ein derart phantastischer,daß er einer ernstlichen Erörterung nicht erst bedarf. Dafür, daß dasnordwestliche Arabien in der Ägypten benachbarten Landschaft MidianZinn hervorgebracht habe 8 ), fehlt, wie Beckmann schon vor über hundertJahren betonte 9 ), jeglicher Beweis; desgleichen wird die Behauptung,das Zinn Südarabiens sei seit altersher über das Rote Meer an den oberenNil und dann flußabwärts nach Ägypten gelangt, durch die Tatsachewiderlegt, daß Südarabien gar kein Zinn besitzt und daß dieses nachAldimeschqi (gest. 1327) gerade bei den Bewohnern der oberen Nilgegendenbis ins späte Mittelalter hinein noch wenig bekannt und daher hochgeschätztwar. Kaum glaubhaft klingt auch die Vermutung, orientalische See-fahrer hätten Ägypten schon gegen 3000 mit Zinn aus den westlichen
J ) Amos 4, 7, 8; Amos lebte um 760, seine Weissagungen sind jedoch im 3. Jahr-hundert v. Chr. umredigiert, und da an der betreffenden Stelle vom Lote der Bau-leute die Rede ist, hat man unter änak an ihr vermutlich noch Blei zu verstehen(Kautzsch, „Altes Testament", Tübingen 1910); 2, 37.ä ) Moses 4, 31, 21 j Ezbchiel 27, 5 12
Beckmann, „Beitiäge" 4, 329; Bapst 5, 14.*) Schbadeb, „Ling." 71; „R. L." 990, 995.
Lenobmant, „Auf." 1, 98 ff. ; Schbadeb, „Urg." 91 ff.) Uapst 2; was der Autor daselbst über einen älteren Namen Khaspu =Süberchen (?) und dessen Zusammenhang mit dem ägyptischen Chesbet (!) sagt,entbehrt jeder Begründung.
') Hümmebich, „Vasco de Gama" (München 1898) 23, 156, 157; vgl. Feld-baus, „Technik" 1368. «) Schbadeb, „R. L." 201. ') „Beiträge" 4, 326.
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