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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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8. Zinn.

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sehr wenig Blei führen (z. B. neben 97°/ 0 Kupfer und 2,4% Zinn bloß0,4%), wirklich reich an Blei (bis zu 14, ja 24%) aber nur jene aus denersten Jahrhunderten der Kaiserzeit sind, z. B. die auf der Saalburg ge-fundenen 1 ). Der jüngeren Eisenzeit (um 500) entstammen Stäbchen, Drähteund Figuren aus ziemlich reinem Blei, die aber stets nur vereinzelt und inverhältnismäßig geringen Mengen vorkommen 2 ).

Stammwort für den Namen des Bleies ist vielleicht das indogerma-nische *mliwom = blau, von dem sich das indische mulwa, das gemein-germanische *bliwa, das keltische *blawa, das germanische bliu, bly, bläaund Blei, sowie das griechische fiohßog, juölvßog, ßölifiog und ßohßogableiten, während das lateinische plumbum ursprünglich nur = Ziegeloder Barren ist 3 ). Daß nicht die iberischen Städtenamen Molybdine undMolybdana vom griechischen [xolvßog und p,olvßbaiva kommen sollen,sondern umgekehrt, sowie daß Zusammenhänge mit dem baskischen bcrünoder mit einem anklingenden keltischen Worte bestehen, ist ganz unwahr-scheinlich 4 ); aus dem keltischen (und irischen) luaide ist hingegen daswestgermanische *lauda, das mittelhochdeutsche lot, das niederdeutschelood, das angelsächsische leod xmd das englische lead hervorgegangen 8 ).Ganz abseits stehen das indische sisa 6 ), sowie das litu-slavische olovound alwas; das Westfinnische besitzt nur entlehnte Bezeichnungen 7 ).

8. Zinn.

Das Zinn kommt als Metall nur sehr selten und meist nur in feinenKömern und dünnen Blättchen vor, tritt aber hauptsächlich in Gestaltdes Kassiterits auf; dieser besteht aus Zinndioxyd (Sn0 2 ) und bildet zu-weilen sehr schöne, durchsichtige oder auch gelbliche bis bräunliche Krystallevon ganz auffälliger Schwere und von so lebhaftem Glänze, daß er inmanchen Gegenden noch jetzt zu den Edelsteinen gezählt und gleich diesengefaßt und als Schmuck getragen wird 8 ). Die genannten Eigenschaftensind es vielleicht, die zuerst die Aufmerksamkeit auf das Mineral lenkten,worauf dann der Zufall gelehrt haben mag, daß es ohne besondere Schwierig-keit zu einem schön silberweißen, luftbeständigen und leichtflüssigenMetalle reduzierbar ist. Diese Entdeckung, die auch der neuen Welt nichtfremd war 9 ), dürfte in der alten an einigen der recht spärlichen Punkte,die sich durch Reichtum an Zinnerz auszeichnen, selbständig gemachtworden sein; ihr Gegenstand, das Zinn, galt anfangs wohl als eine Kostbar-keit wie Gold oder Silber, und es ist nicht ausgeschlossen, daß Versuche,das Kupfer irgendwie mit Zinn einzulegen oder zu verzieren, zur Entdeckungder Bronze führten, deren Schönheit und Nützlichkeit wieder das Zinnzu einer vielbegehrten und gesuchten Bedarfsware machen mußten.

J-) Henbich und Rotees,Zeitschrift für angewandte Chemie" 1907, 1321;.Neumann, ebd. 2032.

2 ) Schbadee,R. L.« 199; Feldhaus,Technik" 104.

") bCHEADEE,Urg." 95;R. L." 97; Hoors 1, 293; Wilseb,Vorzeit" 24.

*) Hoops 1, 293 gegen Schbadee,Urg " 91 ff. 6 ) s. unter 3.

" Schbadee,Urg." 91 ff. ') s . unt er 3.

vgl

8 j Erdmann,Alaska" (Berlin 1909) 77, 190.9 ) Humboldt,Neuspanien" (Tübingen 1813) 4, 5, 141.v. Lippmann, Alohemie.

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