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6. Abschnitt (Anhang): Zur älteren Geschichte der Metalle.
auftauchende Legierung nicht als solche erkannte, sie vielmehr als eineinheitliches Metall unbekannter Herkunft ansah x ). Die BezeichnungOreichalkos leiten einige vom „Erz des Oreios" ab 2 ), welcher Erfinderaber sichtlich nur ein Heros eponymos ist, andere, gemäß der wörtlichen,aber ganz nichtssagenden Übersetzung der Worte oqoq (Oros) und ialx6c„von „Berg-Erz", noch andere endlich von ögevg (Oreüs), dem Berg- oderMaultier, das durch Vermischung von Pferd und Esel ganz ebenso ent-stehe, wie das Orichalkum durch die von Kupfer und Galmei 3 ).
Bei den Römern wurde der Name Oreichalkos durch eine Volks-etymologie zu Aurichalcum (= goldiges Kupfer, Goldkupfer) umgestaltetund bezeichnete eine Legierung aus Kupfer und Kadmia (Galmei), Kupferund „cadmischer Erde" 4 ), Kupfer und [zinkhaltigem] sog. „Ofenbruch"der Silberhütten 5 ). Im Anfange des hellenistischen Zeitalters schwanktedie Bedeutung allerdings zwischen Messing, Bronze und Kupfer 6 ), wovondie Aufzählungen der 6 (oder 7) Metalle bei Pollux ') (2. Jahrhundertn. Chr.), ja noch bei Albertus Magnus 8 ) (um 1260) eine Spur bewahrthaben, indem sie an Stelle des Kupfers, oder neben ihm, Orichalcum an-führen; spätestens vom 2. Jahrhunderte v. Chr. an war aber Aurichalcumausschließlich = Messing 9 ) und gilt daher bei Plautus, Cicero, Horazund anderen für billig und wertlos. Was Vergil als „orichalcum album"erwähnt 10 ), ist vielleicht als %alxog ksvxdg, aes candidum (eine Kupfer-Silber-Legierung) anzusehen 11 ), vielleicht aber auch nur als ein sehr hellesWeißmessing, identisch mit dem vielgedeuteten %alxoMßavo<; (Chalkoli-banos) der „Apokalypse Johannis" 12 ). Pltnius erwähnt das Orichalcumnur ziemlich flüchtig 13 ), Festus bespricht seinen Namen, nennt es eineMischung oder Legierung (xQafiaxivd) und weiß, daß „cadmische Erdein Kupfer geworfen wird, damit es entstehe" 14 ). Ähnlich äußern sichHesychios 16 ), für den Messing ein bronzeähnlicher Stoff ist, sowie Isi-dorus 16 ), der seine goldgelbe Farbe auf die Beimischung eines „medicamen"zum Kupfer zurückführt; ÖQixalxevg im Sinne von Messingschmied kommtum die nämliche Zeit (um 600) im byzantinischen Ägypten vor, jedoch nurganz vereinzelt 17 ).
Wie die als „Periplus" bekannte, etwa um 40 n. Chr. verfaßte Handels-beschreibung der Gestade des Roten Meeres erwähnt, führten die Küsten-gegenden Ostafrikas schon damals Orichalcum = Messing ein, das alsSchmuck sowie an Geldesstatt diente, zu welchem Zwecke man es in
!) Blümneb 4, 199; Schrader, „B. L." 539. 2 ) Rossignol 234ff.3 ) Olck, PW. 6, 655; Franz, bei Freise 140; Schradeb, „Ling.-Histor. For-schungen" 26.
*) Blümner 4, 96, 193 ff., 197. 6 ) ebd. 4, 159, 171 ff.
6 ) Rossignol 242 ff. 7 ) „Onomastikön", lib. 3, cap. 87; Rossignol 244.
8 ) „De meteoris", cap. 1.
9 ) Blümner, PW. 7, 687; Hofmann, „Berg- und Hüttenmännische Zeitung"1882. i») „Aeneis", lib. 12, Vers 87. ») Blümner 4, 184, 199.
12 ) Rossignol 230, 292 ff., 302. Schweigger erklärte es in seiner Schrift„Über das Elektron der Alten" (Greifswald 1848) für Platin! — Libanos ist bekannt-lich = weiß, s. das schneebedeckte Gebirge Libanon. 13 ) lib. 34, cap. 2.
") ed. Lindemann (Leipzig 1832) 8, 36; 310. 16 ) „Lexikon" 1140.
") lib. 16, cap. 20. 17 ) Reil 62.