6. Messing.
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und Galmei, dem Steine Yu-Schih 1 ), der daselbst in vielen Gegenden vor-komme 2 ). Ans Persien soll diese Kunst nach Indien gelangt sein, wo manangeblich erst im 6. Jahrhundert an Stelle der älteren kupfernen oderbronzenen Buddha- Statuen messingene zu setzen begann 3 ) und das Messingseither schon ebenso zu Schmucksachen verarbeitete, wie dieses Somadevanoch ein halbes Jahrtausend später erwähnt 4 ); nach Hitjen-Thsang 5 )gab es auch in Indien viel Galmei, besonders im Sind, — doch läßt dieserBericht Zweifeln Raum, da die Übersetzung des betreffenden chinesischenWortes mit „Galmei" nicht ganz sichersteht. Den Chinesen soll die Dar-stellung des Messings nach einigen ebenfalls aus Persien zugekommen sein,und zwar nicht vor dem 8. Jahrhundert 6 ), während andere sie als eineeinheimische Errungenschaft hohen Alters betrachten. Jedenfalls gelangteim Mittelalter Tutia nicht nur aus Kerman und Ispahan in Persien, sondernauch aus Indien und China nach den östlichen Mittelmeer-Ländern, und esbestand namentlich zu Damaskus eine ausgedehnte und technisch höchstvollendete Fabrikation von Messingwaren,, was aber nicht hinderte, daßsolche gleichzeitig auch aus Europa in den Orient kamen, besonders nachÄgypten 7 ).
In Griechenland erwähnen die dem Hippokrates zugeschriebenenWerke gewisse medizinische Instrumente aus „weißem Kupfer" 8 ), imGegensatze zum gewöhnlichen „roten" 9 ), und versichern, „das weichsteund leichteste Kupfer sei das geeigneteste zur ausgiebigen Mischung" 10 ),als deren Ergebnis zweifellos Messing anzusehen ist. Praglich bleibt da-gegen, ob man dieses auch als von Anfang her identisch mit dem ögeixakxog(Oreichalkos, Orichälcum) zu betrachten habe, einem u. a. bei Hesiod u ),in der sog. homerischen Hymne an Aphrodite 12 ), sowie im „Kritias" desPlaton erwähnten, diesem aber schon nicht mehr näher bekannten, gold-ähnlichen Metalle von angeblich ganz außerordentlichem Werte 13 ). Die„Wundergeschichten" des Pseudo-Aristoteles melden, daß man aus ihmzu Chalcedon auch ganze Statuen anfertigte, und halten es offenbar fürdas nämliche wie das „Erz der Mossinöken" (am Südostufer des SchwarzenMeeres), die eine „vom Erfinder geheim gehaltene Legierung" (ngäfia,Kgäoig) nicht aus Kupfer und Zinn, sondern aus Kupfer und einer in ihremLande vorkommenden „Erde" darzustellen verstanden M ); das Röstproduktdieser Erde, die sog. „phrygische Asche" [unreines Zinkoxyd], wird zu-gleich als vortreffliches Augenheilmittel gerühmt 15 ). Vermutlich beruhtendie Berichte über das Vorkommen des Orichälcum in der Natur auf bloßenSagen, die dadurch entstanden, daß man die zuerst wohl in Kleinasien
l ) Hiuen-Thsang 2, 174. *) ebd. 1, 177, 197, 198; 2, 45, 46.
3 ) Woeemann, a. a. O.
*) Somadeva, „Märchen", üb. Brockhaus (Leipzig 1843) 2, 131.) a, a. O. 2, 272. «) Berthelot, „Arch." 218 ff., ,™ ) Heyd > ..Geschichte des Levante-Handels im Mittelalter" (Stuttgart 1.879)1, 458; 2, 87, 655, 441.
") üb. Fuchs 3, 603. ») ebd. 3, 288, 294. 10 ) ebd. 1, 305.n ) „Schild des Herakles", Vers 122. 12 ) Nr. 6, Vers 9.15 ) Rossignol handelt es in seinem Buche auf lW Seiten ab (211—331)! Aucher betrachtet es jedoch als ein bloß mythisches (ebd. 224).i«) Lipfmann, „Abh." 2, 112. «) ebd. 2, 113.