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4. Abschnitt: Die Alohemie im Orient.
mit der roten Farbe, der Sonne, den guten Geistern, und in der Pharma-kologie mit dem Heißen, Trockenen, Heilsamen, in Verbindung gebracht,Yin aber mit der schwarzen Farbe, dem Monde, den bösen Geistern, undin der Pharmakologie mit dem Kalten, Feuchten, Schädlichen 1 ). Nachder Lehre des Lao-tze sind Yang und Yin mit in seinem „Tao" (= „Weg"und auch „Vernunft") enthalten, weil dieses Prinzip, als höchstes undumfassendstes, — in mancher Hinsicht dem griechischen Logos vergleich-bares 2 ) —, wie die ganze übrige Welt so auch „jene beiden Wagenlenkerder schaffenden Kräfte" in sich schließen muß 3 ). Hierbei bleibt jedoch ihrvölliger Gegensatz unverändert bestehen, und ihn nach monistischer Weisein eine höhere Einheit aufzulösen versuchte erst Ohotj-tzb (Chou derMeister), dessen Lebenszeit in die Jahre 1017—1073 fällt 4 ): bei ihm erzeugtdas ewige und einzige Urprinzip „Tai-kih" durch seine Bewegung denYang, und durch seine Ruhe am Ziele der Bewegung den Yin, und dieseerst gesellen sich und bringen dadurch die 5 Elemente Wasser, Feuer,Erde, Holz, Metall hervor, „jedes von seiner eigenen Beschaffenheit, jedesvon seiner eigenen Natur", so daß man im Tai-kih bereits Yang und Yinals enthalten anzusehen hat, und in diesen beiden wiederum uie 5 Elemente 5 ).In den folgenden Jahrhunderten und namentlich unter dem Einflüsseder rasch zu andauernder und kaum glaublicher Bedeutung gelangendensog. Wissenschaft „Feng-Schui", einer Art vom gröbsten (namentlich auchastrologischen) Aberglauben erfüllten Geomantie 6 ), erfolgte dann zum Teileine Erweiterung, zum Teil eine Neuschöpfung und systematische Aus-gestaltung der Lehre von den Beziehungen der 5 Elemente zu allem nurMöglichen und Unmöglichen, u. a. zu den 5 Planeten 7 ), zu den 5 Farben(grün, gelb, rot, weiß, blau) 8 ), zu den Tieren, Pflanzen, Minerahen undMetallen, sowie zu deren Gottheiten 8 ), zu den verschiedenen Teilen derLänder, der Erdoberfläche, des Erdinneren usf. 10 ).
Was die Frage nach dem Auftauchen einer eigentlichen Alchemiebetrifft, so hat man sich im Bereiche der chinesischen Kultur nicht minderals in dem der indischen davor zu hüten, daß man zwischen einheimischenGedanken oder Vorstellungen und irgendwie ähnlichen, aus der griechischenAlchemie her bekannten, statt einer gewissen Analogie kurzweg Identitätvoraussetze und dieser durch unmittelbare Anwendung der überliefertenhellenistischen Schlagworte auch schon eine ausreichende Stütze gesichertzu haben glaube. Der Wunsch z. B., ein langes Leben in Gesundheit undWohlstand hinzubringen, ist ein so tief in der menschlichen Natur be-gründeter, daß es nicht überraschen darf, ihn bei den verschiedenstenVölkern der alten und neuen Welt auftauchen und sich allerorten derMeinung verbinden zu sehen, das erstrebte Ziel sei entweder durch Frömmig-keit und Gebete oder durch Zauberkraft und magische Kunst in mehr
J ) Grube, „Rel." 130, 167, 175; Scheube in Puschmanns „Handbuch" 1, 23.
2 ) Grube, „Litt." 145. 3 ) ebd. 166 ff. *) ebd. 333 ff.; Deussen 1 (3), 707 ff.
5 ) Vgl. auch Berthelot, „Arch." 211. 6 ) Grtjbe, „Rel." 179 ff.
7 ) Saturn — Erde, Merkur — Wasser, Mars — Feuer, Jupiter — Holz, Venus —Metall (PriZMAiER, „Die chinesische Lehre von den Kreisläufen und Luftarten",Wien 1866; 43); Grube, „Litt." 32ff. 8 ) Grube, „Rel." 170, 179.
») z. B. ebd. 33. 10 ) ebd. 179.