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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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4. Abschnitt: Die Alohemie im Orient.

und Kritik. Boten schon ältere kanonische Texte,, z. B. die sog. „Landes-beschreibung", eine Fülle unerhörter und märchenhafter Wunderdinge 1 ),so glaubten spätere Autoren ihrer Erfindungsgabe erst recht freien Lauflassen zu dürfen; man nahm ferner keinen Anstand, selbst wirklich besserehistorische Werke, u. a. das des Chtj-Hi (1130—1200), immer wieder, undzwar bis in das 18. Jahrhundert hinein, „neu herauszugeben", hierbei imStillen bis zur Gegenwart herab- und bis in die mythische Urzeit zurück-zuführen 2 ) und durch willkürliche Zutaten und Ergänzungen zu bereichern,deren späten Ursprung oft nur ganz zufälligerweise irgend ein vereinzelterZug verrät 3 ). Infolgedessen kann es nicht überraschen, daß gewisse „Fana-tiker der Skepsis" 4 ) schließlich die Echtheit fast aller chinesischen Litte-raturwerke in Zweifel zogen, sogar die des von Confucius redigiertenkanonischen „Schi-king" und „Schu-king" 6 ), deren Inhalt in der Regelals beruhend auf wesentlich echten Überlieferungen des 12. bis 7. Jahr-hunderts v. Chr. anerkannt wird 8 ), sowie die des „Tao-teh-king" (= Buchvom Tao) des großen Religionsstifters Lao-tze („des Meisters Lao",604—425 v. Chr. ?) 7 ), — wobei ihnen in nicht wenigen Fällen allein ent-gegen gehalten werden kann, daß es ganz unwahrscheinlich wäre, Fälschernso viel geistige Eigenart und Tiefe, aber auch Gewandtheit und Geschick-lichkeit zuzutrauen 8 ).

Was die chinesische Astronomie anbelangt, so hält es Kuglee fürwahrscheinlich, daß der altchinesische Kalender von babylonischem Ein-flüsse zeugt 9 ), und Bezold für gewiß, daß den einigermaßen sicher datier-baren Werken, wie z. B. dem um 100 v. Chr. abgefaßten „Schi-ki", chaldä-ische Anschauungen zugrunde liegen 10 ), während wieder Sausstjbe das hoheAlter und den einheimischen Ursprung einer rein wissenschaftlichen, ininnigem Verbände mit Religion und Staatswesen stehenden Astronomienachgewiesen zu haben glaubt 11 ). In Ansehung der Tatsache, daß derchinesische Geist seit jeher und auf sämtlichen Gebieten immer nur alleindie praktisch brauchbaren Erfolge als wertvolle anstrebte und als würdigeanerkannte, müßte die frühzeitige Ausbildung einer wirklich theoretischenAstronomie wundernehmen; vermutlich kommen daher nicht sowohl astro-nomische als astrologische Beobachtungen in Frage, zusammenhängendmit dem weitverbreiteten und auch in China sehr alten Volksglauben,„daß die Ereignisse auf Erden irgendwie beeinflußt würden von denenam Himmel", und das Geschick des Gesamtstaates und seiner Einzel-provinzen „sich widerspiegle im gestirnten Firmament, dieser himmlischenProjektion des irdischen Reiches" 12 ). Zwecks richtiger Deutung der Himmels-bilder unterhielt der Staat eigene Beamte 13 ), die sich u. a. im 2. und im7. Jahrhundert v. Chr. als „Astrologen" und „Großastrologen" erwähntfinden 14 ), sowie für 671 v. Chr. auch im „Yih-king" 15 ), dem kanonischen,

!) Gbtjbe, „Litt." 111. 2 ) ebd. 344.

3 ) Gbtjbe, „Religion und Kultus der Chinesen" (Leipzig 1910), 107.

*) Gbtjbe, „Litt." 141 ff. 6 ) King = Buch.

6 ) Gbtjbe, „Litt." 13, 46, 51; 30, 47. ') ebd. 149. 8 ) ebd. 141 ff., 149.

9 ) Ktjgleb 119 ff. 10 ) Bezold, A. Rel. 15, 217 ff."') Franke, A. Rel. 18, 405, 407.12 ) Grube, „Litt." 188. la ) ebd. 188. «) ebd. 188, 79. l6 ) ebd. 37.