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[1] (1919) Ein Beitrag zur Kulturgeschichte, mit einem Anhang: Zur älteren Geschichte der Metalle
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4. Abschnitt: Die Alohemie im Orient.

Wie unter günstigen Umständen die kleinste Zutat Hefe eine un-geheure Menge Teig in Gärung setzt x ), so kann bei richtigem Verfahrenauch ganz wenig Geist, sofern ihm überhaupt die rechte Kraft innewohnt,sich der größten Masse der Körper bemächtigen, mögen diese auch von denElementen, die alle vier stets in jeder Substanz vorhanden sein müssen,die verschiedensten Anteile enthalten 2 ). Die Art und Kraft des vorhandenenGeistes, ja auch dieses Vorhandensein selbst, läßt sich allerdings meist nichtdurch Nachdenken erschließen, sondern nur durch die Erfahrung feststellen:so z. B. zieht der Magnet das Eisen an, und zwar selbst durch einen Schwefel-kuchen hindurch, vermöge eines Geistes, dessen Kraft sich aber zuweilenallmählich ändert, denn in einem Falle wurde z. B. im Laufe einer längerenAufbewahrungszeit ein Rückgang der anfänglichen Tragfähigkeit um 20 %beobachtet 3 ). Ebenso kann nur die Erfahrung lehren, welche MengenGeist sich dauernd mit den Körpern verbinden, in die sie eindringen unddie sie umwandeln; die kleinste Menge Geist enthalten Silber, Gold, Edel-steine und Perlen, die sich deshalb als sehr fest und beständig erweisen,die größte Menge aber Schwefel, Arsen und Quecksilber, die daher flüchtigund veränderlich sind 4 ). In Markasit, gelbem und rotem Arsen u. dgl.zeigen sich die Geister ursprünglich an andere Stoffe gebunden, doch ent-weichen sie beim Erhitzen und bei sonstigen Anlässen in Gestalt rauch-artiger, brennbarer, lebendiger Dämpfe; andere mehr erdige Stoffe, z. B.Kalkstein, verhalten sich nicht so, vermutlich weil es ihnen an Geist fehlt 8 ).Betreff aller dieser Punkte ist aber die Beurteilung oft großen Irrtümernausgesetzt, die sich ebenso auch auf die Beschaffenheit von Erden und Erzenerstrecken, sowie auf die Natur der in letzteren, und zwar stets in schonvöllig fertigem Zustande verborgenen Metalle: das Aussehen der Oberflächeund des Äußeren täuscht eben über das Innere 6 ). Diese Umstände er-klären zahlreiche der falschen Anschauungen, die hinsichtlich der Brauch-barkeit der Substanzen zum großen Werke herrschen; zahlreiche andereaber rühren daher, daß man Umschreibungen [= Geheim- oder Deck-Namen] wörtlich nahm: weil z. B. Quecksilber auch „Tier" heißt, — dennes hat wie ein Tier eine spezifische Seele ') —, oder weil Gold, Silber, Blei,Kupfer, Eisan auch Blut, Harn, Speichel, Galle, Hirn usf. benannt werden,glaubten manche, diese tierischen Stoffe seien wirklich zum großen Werkedienlich. Weil sie aber den Metallen nicht mehr genügend nahestehen,sind sie dies unmittelbar nicht 8 ); mittelbar jedoch können sich alletierischen und pflanzlichen Stoffe verwendsam erweisen, da eine völligeAnalogie des Mikro- und Makro-Kosmos besteht, ja nach Platon das großeWerk sogar als „die dritte Welt" zu bezeichnen ist, die jene beiden durch-gehends verbindet 9 ).

Können aber auch die Bestandteile aller drei Reiche zum großenWerke taugen, so vermag doch nur der Weise, der sie, ihre Eigenschaften,sowie deren Beeinflussungen durch die sieben Planeten genau kennt, die

*) Mä. III, 177. 2 ) ebd. III, 174, 176.

3 ) ebd. III, 175, 176; die mitgeteilte Beobachtung entspricht den Tatsachen.*) ebd. III, 176. s ) ebd. III, 177, 183. •) ebd. III, 178. ») ebd. III, 208.») ebd. III, 177 ff. ') ebd. III, 179.